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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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Sechster Absatz. Z5

Wann du auf diese Weis den Tod wirstannehmen/ so wirst du gleichsam ein Mär-tyrer/sonderbar wann du einen guten Wil-len hast/ und Meinung / daß du den Tod/und alle Ungemach / und Schmertzen des-selben willig von einem Tyranen um Got-tes/ und seiner Ehr Willen leyden wöl-kest/wann du die Gelegenheit hattest; auchjetzt in deinem Tod - Bethlein alles mit Ge-dult ausstehest / und mit den Schmertzen/und Todt Christi vereinbahreft.

So sollest du dann den Tod nicht förch-ten/ sonder aus der Noth ein Tugend ma-chen/ und mit den heiligen Martyren ei-nen schrnertzhüsstcn Tod für ein Glück hal-ten/ denselben Christmüthig erdulden / da-mit du ihnen etwelcher Massengleich werdest.

Siebender Absatz.

Der fruhezeitige Tod ist der beste,und ein Zeichen der Ausserwählung.

Jemand kommt der Tod so erschreck-lich/ und grausam vor/ als derC» Iu-