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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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-6 Ersten Theils / änderten Capitels /

So derohalben GOtt besagter maßenden Tod für die Thür schicket/ was willstdu machen / mein Christen-Mensch? Als-dann ist vorhanden die beste Gelegenheit/dein Heldenmuth zu erweisen / der höchstenMajestät zu huldigen/ und dcmeTreu ih-re zu erzeigen.

Wann nun der Tod dich aufzuforderenanlanget/ ergiebe dich fteywillig/ mhme anden Befehl deß Allerhöchsten/ unterwirfstdich unterthänigist seinem heiligen Willen/demüthige dich mit gehörigem Respectgantz freudig unter der Hand GOttes /und stelle dein Lehen seinem HSrm alsowiederum zu Handen.

Durch dieses erzeigest du im höchstenStaffel/ daß du ein treuer Vasall / undLehen-Mann deß grossen HErm seyest:Und dieses zu thun / solle dir eine weit grös-sere Freud seyn/ als viel Jahr nach allemdeinem Wunsch zu leben: Je frühzeitigerdich der Tod aufforderet/ je heldenmüthi-ger wird diese deine Huldigung seyn.

So lasse dann diese so vortheilhaffte Ge-legenheit/ dein Treu GOtt zu bezeugen/nicht aus den Handen / sondern sobald sichder Tod anmeldet/ fasse ein Hertz/ unter-wirf-