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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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Achter Absatz.

übergeben: Eben mit solcher Willfährig-keit/ und Eifer soll ein Christ sein Lebendem Allerhöchsten überlassen : Und kannder Mensch nichts thun / das GOtt wohl-gefälliger scye: Mancher opferet sein Gut/sein Ehr/ seinen Willen; aber das Lebendargeben/ übertrift alles.

Es ist zwar ein köstliches Opfer/ wanneiner um die Ehr GOttes wellen das Le-ben hergibt; aber nicht viel minder ists /wann einer die Wehe und Schmertzen desTods williglich überstehet/ und mit gutwil-ligem Heryen sein Leben durch den Todseinem HErrn aufopferet. Ja der Eifer/und Liebe eines gottseeligen Hertzens tön-te so groß seyn/ daß man dem Verdienstder HO. Märtyrer allerdings zukamme.

So soll dann ein rechter Christenmenschdurch den Tod sein Leben dem höchstenHErrn willfährig/ und mit gutem Her-tzen aufopferen/ und auf diese Weis frey-willig/ und lugendsam machen/ was stu-ften nothwendig geschehen muß. Dieseswird der grundgütige GOtt gewiß an-nehmen zu einem lieblichen und wohlgefälli-gen Opfer / und diese köstliche Gaab nichtverwerffen/ sondern mit Gnaden ansehen/und in das ewige Leben bewahren.