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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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r §4 Änderten Theils / ersten Capitels /

Derohalbcn Christliche Seel/ kefihle oftdein Seel GOtt deinem HErm / damit er 'sie in dem letzen Abdruck in seine Handaufnehme. Eyle öfters zu der HimmelsKönigin/ so ein Mutter ist der Barmher-tzigkeit/ ein Zuflucht der Sünder / ein Trö-sterin der Sterbenden. Russe auch zur !Hülff deinen Heil. Schutz-Enge!/ unddeine HH. Patronen. -

Zu diesem Aihl und End können nachfol- !

gende Gebetter dienen / welche absonderlichSonn-undFeyrtag/oder auch sonstendenTag hindurch / so viel dir die Zeit zulasset/können nützlich gebraucht werden.

Erstlich / so oft ein gottseelige Seel dasHeil. Vatter unser bettet/ solle ihre vor-nehmste Meynung seyn/ daß sie begehre/damit der Namen GOktcs in ihrem Todgeheiliget werde in beständiger Uebung derheroischen Tugenden: damit das Reich got-tes ihr zukomme nach einem gottseeligen /und heiligen Tod: damit der Willen Got-tes an ihr geschehe / und sie sterbe/ wann/wie/ und wo GOtt will: damit ihr daßübernatürliche/ und göttliche Brod andem lezten End zu theil werde: damit ihrGOtt alle Sünden verzcyhe/ und sie rei-