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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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i/8 Änderte»Theils/ ersten Capitels /

verletzt / erzürnet/ und belcydiget hab: Icherkenne und bekenne/ daß ich alle (Straffen/zeitliche und ewige recht und wohl verdienethabe/ und daß ich auß lauter Gnaden nochlebe / damit ich meine Sünden bereuen/undMüssen könne. Ich erkenne und bekenne/daß ich eben der jenigc evangelische vcrlohr-ne Sohn bin / welcher von seinem licbreichi-sten Vattcr so muthwillig abgewichen/ undsein väterliches Erbtheil so liederlich ver-schwendet hat: mit diesem elenden Luder keh-re ich wieder zu dir O gütigister Vatterund lege mich gantz demüthiglich nieder vordeinen Füssen/ und spricht: Vatter! ichhab gesündiget in den Himmel/ und vor dir/ich hab gesündiget/ und dich meinen HErrnund GOtt von meinen kindlichen Tagen anbiß auf gegenwärtige Stund belcydiget mitunzählbaren bösen Gedancken/ Worten/Wercken/ und Unterlassung vieler gutenWercken. Es ist mir hertzlich leyd/ unddieses nicht allein darum/weilen ich mit mei-ner Boßheit die höllische Pcyn billich ver-schuldet/ und die ewige Seeligkeit muthwil-lig vcrschertzt/sonder allein darum/ weilenich dich meinen unendlich gütigen/ liebrei-chen/ schönen/ und vollkommenen GOtt/