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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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I8O Änderten Theils/ ersten Capitels/

der mit den Augen deiner grundlosenBarm-hcrtzigkeit/ wie du den Peter in dem Vor-Hof deß hohen Priesters / Magdalenambey den Füßen IEsu/ und den Schacheran dem Creutz angesehen hast/ um deinesallerliebsten Sohns Willen; umfange michdein verlohrnes Kind mit dem Arm deinerväterlichen Güte/ und nimmc mich ar-men reuenden Sünder wiederum zu Gna-den auf und an. Ach! seye mir gnädig/und vcrzeyhe mir meine Sünd und Misse-thaten durch die hohe Verdienst deß bitte-rm Leidens und Sterbens / und durch daßkostbarliche für mich vergossene Blut dei-nes Sohns IEsu Christi/ meines getreu-en HErm und Heylands: Welches allesich dir aufopfere zur Versöhnung aller mei-ner Sünden/ und auf dieses habe ich einsteiffen und vesten Glauben / du werdestmir alle Sünden vergeben / und daß ewigeLeben schencken/ durch IEsum Christumunsern HErm. Ich vcrzeyhe auch allenden jemgen/ die mich bcley'oiget haben / undumfange sie mit dem Kuß des Friedens /demüthig bittend / du wollest uns mit ein-ander im Frieden aufnemmen in die ewigeFreud und Seeligkeit/Amen.