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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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242 Änderten Theils / änderten Capie.

endlich grösser ist/ als meine Sünden: undweiß auch/ wie du so ungern ein einzigeScel verdammest: Und dahero kann ich mirnicht einbilden/daß du mich könnest verflos-sen/ weilen du mich so herylich liebest/ unddurch den bitteren Tod deines lieben Sohnsso thcur erkauft hast»i o. Mein Leib und See!/ und alles wasich hab / opfere und schencke ich dir zu dei-nem ewigen Lob mit so aufrichtiger Mey-nung/ und mit so vollkomentltcher Über-gebung/ als du mein GOtt und HErrkannst wünschen und begehren/ also/ daßdu mit mir nach deinem wohlgefälligstenWillen magst schaffen und verordnen. Ichbegehre kein StunlMnger zu leben/ als esdir gefallt: bin auch bereit zu sterben / undein solchen Tod und Kranckheitzu leyden/wie es deinem allcrgcrechtisten Willen amallerwohlgefälligstcn möchte seyn. Ja wannes mir frey stuhnde/ noch tausend Jahr inallen Wollüsten zu leben / so wolte ich dochviel lieber um deiner Liebe und Ehren willenjeyund den Tod leyden / wann es dir ge-fällig wäre/ als wiederdeinen Willen nochein einzigen Augenblick leben.

11. Ich'liebe dich O mein GOtt! vonV Grund