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Seelen-Wayd für die Schäflein Christi, welche Hunger und Durst haben nach der Gerechtigkeit : auf welche geführt wird Damascena, oder jede den Weeg der Vollkommenheit new-antrettende Ordens-Person, in Betrachtung der vornembsten Heiligen Gottes Tugend und Leben / durch P. Michael Lang, Capitularen zu Einsidlen, dess Heiligen Benedicti Ordens. Erster Theil.
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62
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62 Betrachtung

verspührst von derselbigen zumGuten gezogen zu wer den. Hät-te dißmahl Antomus dein inner-lichen Antrieb deß Heil. Geistesnicht gefolget/wäre Er villerchtniemahlen zur Vollkommenheitgelanget. L) wie offt ligt allunser vollkomnes Leben/all un-ser Heyl an einem eulzigen inner-lichen Antrieb deß Heil. Geists;disem wann wir gehorsamen undfolgen / in dem Guten leichtlichmögen fortkommen; vernachläs-sigen wir aber selbigen/und schla-gen Zhnne in den Wind / gera-then wir in gröste Gefahr derSeelen/ oder mögen dise ver-saumbte Gnad ohne grosse Mü-he und Arbeit nicht mehr erlan-en. Erinnere -ich/ wre du dichlßhero habest verhalten/ deminnerlichen Antrieb deß HeiligenGeists gefolget / oder was dubißhero für Nutzen oder Scha-den der Seelen habest erlitten.

Zum Anderen/ stelle dir vor All-gen den H. Antonium/ welchermit demjenigen Eyffcr seinenGeistlichen Stand hat fortge-setzt/mit welchem Er Ihnne an-gefangen. Er gäbe fleißig Ach-tung auf das Thuen und Lassenanderer München/und was ErGutes av einem jeden sahe/das

hat Er Ihme krafftig vorgenom-men/ mcht allein nach / sondervorzuthun. Er wüste wohl/daßkeiner so übel geartet / und einerso grossen Unvollkoinenheit/daßEr nicht etwas Guts an Ihmesehen und finden wurde. Einjeglicher/sagt Paulus/(c) hat seineigne Gab von GOtt/ einer also/der andere auf ein andere Weiß;

welches Er auch löblich nachzu-thuen bey jedem gefunden.

Mit was für einem Geist hastdu / mein vLMLlccnL! deinenStand angefangen / und wiethust du Ihnne fortsetzen? Bistdu wie ein fleißige Bien/die dasHönig und Tugenden auß demThuen und Lassen deines Näch-sten saugest uno samblest? Bistfrömmer worden/ die du schon solang in dem Heil. Drden gewe-sen ? oder hat es nicht das An-sehen/du wollest in dem Fleisch/und in deinen bösen Begierdenvollenden/was du indem Geistangefangen/(ä) oder wenrgst/er-keunest du / daß dir gantz lang-sam!)/ faul und träg/ wann duam Morgen sollest aufstehen/bey demGottsdienst dich einfitt-den/ psallleren/ singen/betten/betrachten? ja erkennestdu/ daßdu gantz Wässerig/ und Ueber