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Seelen-Wayd für die Schäflein Christi, welche Hunger und Durst haben nach der Gerechtigkeit : auf welche geführt wird Damascena, oder jede den Weeg der Vollkommenheit new-antrettende Ordens-Person, in Betrachtung der vornembsten Heiligen Gottes Tugend und Leben / durch P. Michael Lang, Capitularen zu Einsidlen, dess Heiligen Benedicti Ordens. Erster Theil.
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!94 Betrachtung

rliÄum gemacht zu einer öffent-lichen Lehrerin der Lugenden/urrd Klösterlichen Lebens.

AchOamalcenL l wie vil unter-fangen sich andere zu unterwei-sen / welche niemahlen in dieSchuht gangen / nichts wissen/sich und Ihre Untergebne insVerderben stürtzen / und besserwäre/Sie waren niemahlen indas Kloster kommen. Glaubedu niemahlen daß du etwas kön-nest / oder anderen vorzustehentauglich seyest; Bleibe also bißans End deines Lebens in derDemuth und im Verborgen/undfeye vil lieber ein Schuhlerin alsein Lehrerin; wills aber G-Ottoder deine Oberen mit dir än-derst machen/ seye auch einfältiggehorsamb.

Zum anderen betrachte/ daß in-bemeScholastica anderen irr demKloster vorgestanden / hab Siedeßwegen das einsame Lebennicht verlassen / in welcher Ein-öde Sie fürnemblich gelehrnetschweigen / betten / und innerlichmit GOtt reden.

O V-iMLsccna ! wie unglttck-seelig sind jene Geistliche/welcheauß dem Kloster einen öffentli-chen Marcrt machen/den gantzenLag hin und her lauften/ schwa-

tzen/und in Ihrem Gebett durchdieAußschweiffigkeiten rnehr mitder Welt und den Kreaturen /als mit GOtt und seinen Hei-ligen reden. So armbseeligwirst du ja nicht leben / und mitEyffer verlangen GOtt zu ge-fallen.

Drittens betrachte/ daß Noeauß seiner Archen hab lassen flie-en einen Rabben und ein Tau-en / der Nabb hab sich bedientder stinckenden Todten-Körper/die Taub aber deßOehl-Zweigs.Scholastica seye auch nicht indie Welt/ sonder in das Klosterleichsambgeflogen/rmd so wohley sich als bey Ihren Unter-gebnen gesucht und gepflantzetdas Oehl-Zweig deß lieben Frie-dens/und Klösterlicher Sitten.

O wie glückseeligsind diejenk-e Seelen/welche die stinckendelaß diser Welt fliehen/und sichbelustigen und erfrewen deß in-nerlichen und äußerlichen Frie-dens/und deß sittsamen und ein-gezognen Lebens! Erinnere dich/wie du dich bißhero habest ver-halten bey den Welt-Menschen/bey dem Red - Fenster/und bendenen/ mit welchen du lebst / obdu ein Rabb oder ein Taublinseyest gewesen/keusch oder sinn-