Von der Heil. Iungfrawen und Abbtißin Cdiltrud. 5ZZ
DrmrscenL! Gedencke / wasdises keusche Täublein Ediltru-dis nicht für einAreütz diseZeithindurch werde gehabt haben/indem Sie wider Ihren Willenin dem Ehestand gelebt/und be-ständig hat fürchten müssen/denedlen Schatz der Iungfraw-fchafft zu verliehren. Ich glaubenicht / daß du / vLmst.e«»: mgrosser Gefahr lebest/ und dochbist du villeicht nicht so sorgfäl-tig für deiner Seelen Heyl/daßdu so keüsch und rein lebest/ alswie dises Jungftawliche Ehe-Weib gelebt hat. Was wü stdu aber dermahletntst deinemIungftawUchen Gesponsen ton-nen antworten/wann Cr dich inGegenwart seiner Junaftawli-chen Mutter / deines HeiligenOrdens- Vatters / deß liebenSchutz - Engels / und andererHeiligen / etwan wegen deinesaußgelaßnen Wandels/und be-gangner Untrew zu Red stellenwird ? Ach! wie wirst du dichWÜsseN schaMM?
schäme dich jetz / und verbesseredem Leben/ damit du dich nicht
müssest"/ ^ spath/ schämen
. Über das/wann du ein gutesGewissen / und auß Gehorsame
etwas thun must/bey dero etwaneine Gefahr zu sündigen / ver>trawe aiif GOtt/ Er wird dirhelffen/und in diser Gefahr nichtlasiert zu Grund gehen/auch diralles dasjenige mittheilen / wasdu zu deiner Seelen Heyl von-nöthen hast. Erforsche dich/obdu bißhero mit GOtt also ver-träuwlich seyest umbgangen?Wisse OLmslccnL! daß ein from-demuthiges Hertz sich grosserDingen bey Hott dorsse unter-fangen/ nicht hingegen welchesin den Sünden stecket; Und wasbist du auß disen beyden? Bittdeinen liebsten JCsum / daß Erin dir ein keüsch und reines Hertzerschaffen wölle/welches in sei-ner Noth bey GOtt mit Ver-trawen umb Hülff antlopffendörsse.
Nach dem Absterben Tum-bertt/vermeynte zwar die Engel-reine Ediltrudis auf freyen Fußzu stehen / aber sihe / als ein ge-horsambes Kind Ihrer Eltern/"ist Sie das andere mahl mit Eg-frido dem Northumber Königin den Ehestand getretten; indeme Sie sich aber mit der GnadGottes also verhalten / daß Eg-fridus mit Jhro zwölff Jahr inKeüschheit gelebt / ^und endlichXrx z ver-