Von der Heil. Iungfrawen und Abbtißin Crentraud. 559
nicht vermöchte wieder in einenguten Stand zu bringen/sonderes hat die Ungehorsame / dieTrägheit zum Guterr/dieRegier-sucht/und Uneinigkeit nurimmermehr zugenomen/also daßEren-traud sich entschlossen / die Abb-tey-Würde/und zumahlen dasKloster zu verlassen/und in dasLeütschland zu Ihrem BruderRupertus Preisen.
Ach mein HCrr/ und meinGOtt! wie unglückseellg istjenes Kloster/in deme man ohneDie Klösterliche Lugenden lebt/wo Khrtstus mit seinen Tugen-den verstossen/und der böse Geistmit Sund und Lastern das Re-giment führet. o-mLsccn,! lobeund dancke Gott/daß du in einemwohl-re5ormic,ten Kloster/undunter frommen Seecen lebest.Hüte aber dich / daß du nichtsthueft/dardurch Gott / und deinHberkett möchte beleydiget wer-den. Bitt demüthig deinen lieb-sten JEsum/daß Er dein Klosterin gutem Stand wölk erhalten/und was fromme/und eyfferigeOberseiten in solchen verwirrtenVersamblungen nicht vermö-gen / Cr durch seine allmögendeGnad verbesseren wölk. DeinerSeitß gedemke/ daß wann du
auch in dem armbseeligisten/undunvollkombnisten Kloster muß-testleben/dich dannoch gantz de-müthig/ruhig/ friedsamb/ gehor-samb/ Geistlich / und Klösterlichwölkst vechalten. Wann dualso beschaffen / und also lebest/ach! wie ein rühiges Hertz wirftdu in dir haben?
(a) Ivlarrk. 7. v. ro. (lr) I^ucse z.
v. 8.
Der andere Punct.
<IN dem Leütschland / als die^Heil. Erentraud ankommen/hat der Heil. Rupertus diser sei-ner lieben Schwester auf demBerg/ (welchen man jetzt denNonnen-Berg nennet/) eineWohnung auferbawen lassen/auß deren bald die grosse Heilig-keit/ welche Sie mit sich außFranckreich gebracht / Herfür-strahtete / und vil GottseeligeIungfrawen bewögte/die Weltzu verlassen/und durch gewöhn-liche Ordens-Gelübd mit Khri-fto dem Himmlischen Gesponsensich gantzlich zu vermahlen. Fürwelche der Heil. BischoffRupcr-tus dan ein rechtes Kloster auf-richten lassen/denenEr auch seineSchwöster die Heil. Erentraudfür eine Abbtißin vorgestellt.
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