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Ansehung der Religion ; und nachdem erdie Geheimnisse der geheiligten Religionabgeschworen, und der Kirche die grausam-ste Verfolgung angekündet hatte, machteer sich zum höchsten Priester des heydni-schen Gottesdienstes.
Nachdem das Reich am Ende des vier-ten Jahrhunderts in das orientalische undvccidentalische von Theodosius dem großenvertheilet worden, und dasselbe, von aus-wärtigen Völkern in diesem überfallen, ab-zunehmen begann; läßt sich leicht abneh-men, daß auch die christliche Kirche in demFolgenden keinen geringen Schaden erlittenhabe. Die Tempel der Christen wurdenzerstört; die Gott geweihten Personenmishandelt; die Wissenschaften verfinstert;die Büchersääle verheeret, oder gänzlichvom Feuer verzehret-
Die Barbarn, die nach und nach sichso sehr verbreiteten, suchten zwar nichtdas Christenthum gänzlich zu verdrängen;sondern hatten nur die Absicht sich des rö-mischen ReichS zu versichern. IndessenMangelte es nicht an Götzenpriestern, wel-che die Barbarn wider die Christen in Har-nisch brachten; da sie die Ausbreitung ih-ker Lehre für die Quelle der allgemeinenNoth, und des Zorns der Götter anga-ben. Die barbarische Könige unterließen
nichts