CODEX 23.
13
Schreiber, den Blattstreifen auf dem Knie, die Feder in das Dintenfasstauchend. (Eine zur Reformationszeit in der Litanei verübte kleineRasur, beim Gebet für den Pabst, ist sogar in Metzlers StiftschronikCod. 1408 p. 186 erwähnt; umgekehrt wurde in dem schönen Lectio-nar Cod. 540 der Name des Schreibers A. Vogt ausgelöscht, als erconvertirte).
2) S. 17 — 25 (von jüngerer Hand): Gebete vor der Messe.
3) S. 26 — 29: Vorrede des Hieronymus zu den Psalmen(‘Psalterium Romae’ etc. Opp. Hieron. X, 105 Vallarsi). P eine grosseInitiale, die Seiten 26 und 27 glänzend ausgestattete Titelblätter; überbeiden durchlaufend in vergoldeter Kapital und besonders eingerahmtdie Inscription des Schreibers: ‘Hunc praeceptoris Hart moti jussasecutus Folchardus studuit rite patrare librum.’
4) S. 30 (in Goldschrift auf dunkelviolettem Grunde): ‘I. Chr. n.incipit psalterium de translatione septuaginta interpretum emendatuma sco Hieronimo prbo in novo.’ — S. 31: ‘Beatus vir qui’ etc.(B eine prachtvolle Initiale in Netzform und ganzer Blattgrösse; derRest der drei Worte daneben in vergoldeter Kapital auf Silbergrund.Die Fortsetzung auf S. 32 ist ganz in Gold geschrieben, alles Weitereschwarz, mit Ausnahme einzelner Zeilen und der vielen grossen undkleinen Anfangsbuchstaben in Gold und Silber). — S. 134: ‘Auferathunc librum nullus hinc omne per aevum cum Gallo partem quisquishabere velit’ und S. 236: ‘Istic perdurans liber hic consistat in aevumPremia patranti sint ut in arce poli.’
5) S. 366 enthält jüngere Beischriften des XIH., XIV. und XV. Jh.:‘Nomina fratrum de Hedilberch — dinchilspuil — sahselsheim; Homi-nes censuales in Nekirburc; feodum ze Copoltiz' etc.
Von dem Schreiber Folchardus, der in den Casus S. Gallinicht genannt ist, sind Originalurkunden a. d. J. 855—869 vor-handen in NN. 442, 472, 480, 513, 514 des Urkundenbuchs.Darin heisst er Diaconus, später (No. 546 a. 869) erscheint erals Präpositus, zuletzt (No. 622 a. 882 und 697 a. 895) als Dekan.Im Nekrolog Cod. 915 ist ein Folchart mon. et presb. (derselbe?)unter’m 9. Janr notirt. — Die imprecationes furum in den BüchernHartmot’s sind von Ratpert erwähnt (Casus X in Cod. 614 p. 126Ed. G. Meyer p. 54: ‘ imprecans etiam non parvae ’ etc.). — DerHauptschmuck des Buchs, die litterae reticulatae, verrathen grossenReichthum der Phantasie und obwohl mit irischen Formen ver-wandt, doch freiere, weniger geometrische Behandlung. Schade,dass das massenhaft darauf verwendete Metall durchgeschlagen