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Verzeichniss der Handschriften der Stiftsbibliothek von St.Gallen / herausgegeben auf Veranstaltung und mit Unterstützung des Kath. Administrationsrathes des Kantons St. Gallen
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CODEX 56 .

4 ) S. 25 342 : 'Quoniam quidem multi etc. Bi thiu wantamanage etc. (Lateinischer und althochdeutscher Text der Evange-lienharmonie in 181 Kapiteln, ohne lieber- und Unterschrift; dasLateinische in der Spalte links, das Deutsche gegenüber).

Auf der Innenseite des vordem Einbanddeckels die Worte (saec.XIII): Hunc librum cum diligentia quaesitum diu et vix inventumresumite sancte pater Erneste in nom. dom. (Pater Ernestuserscheint als St. Gallischer Dekan noch im Jahr 1271 ).

Neben einer altem Erwähnung von Aeg. Tschudy (der 1532Statthalter des Abts von St. Gallen war und die Stiftsbibliothekkennen lernte) in seiner schon um 1525 angefangenen, aber erst1538 von Glarean hsgg. 'Bhetia, gibt die erste Nachricht überden St. Galler Cod. Kolb an Breitinger in Simmlers Samml. vonUrk. (Zürich 1758 ) II, p. 375 ; dann Gerbert im Iter Alem. ( 1765 )p. 107 Ed. 2. Einzige Hs. dieser altdeutschen Ueber-setzung, ausser einer in Oxford befindlichen, von Junius ange-fertigten Kopie des verlornen Codex von B. Vulcanius, dem jedochKap. 76153 fehlten. Herausgegeben nach der Oxforder Kopievon Palthenius in Greifswald 1706 . 4 ° und von Schilfer im The-saurus II, p. 59 ; dann nach der St. Galler Hs. von J. A. Schmellererst nur das Evang. Matthaei (Stuttg. 1827 106 SS. 8 °) dann dasGanze Wien 1841 4 °; und von Ed. Sievers mit Glossar (Bd. V.der Biblioth. d. ä. deutschen Litt. Denkm.) Paderborn 1872 . 8 °,dessen Collation v. J. 1869 auch schon in Müllenhoffs Altd. Sprach-proben 2-te Aufl. Berlin 1871 benutzt ist. Sievers unterscheidetsieben Schreiber des Codex und vermuthet mehrere successiveBearbeiter der deutschen Uebersetzung, deren Sprachform diehochfränkische (Fuldaer Mundart) ist. Die Lesart differirt nichtvon der Oxforder.

Der lateinische Text wird von Victor von Capua (saec. VI)in seiner Vorrede zur ältesten Hs. dem Tatian (saec. H) zuge-schrieben, der als Verfasser eines verlornen griech. Diatessaronbekannt ist; nach der Ansicht Neuerer rührt er von Ammonios(saec. UI, verschieden von Ammonios Sakkas) her, der jedochebenfalls griechisch schrieb; vermuthlich ist es eine blosse Zu-sammenstellung aus der Vulgata. Abdrücke des lat. Texts in derBibi. PP. max. Lugd. H, 2 p. 203 nicht p. 265 , wo eine andereSchrift unter d. N. Ammonius eingerückt ist; bei Ranke Cod.Fuldens. etc. Marburg 1868 . 8 ° und in: Heliandstudien von Grein(Kassel 1869 . 8 °) I, p. 125262 aus einer Kasseler Hs.