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Verzeichniss der Handschriften der Stiftsbibliothek von St.Gallen / herausgegeben auf Veranstaltung und mit Unterstützung des Kath. Administrationsrathes des Kantons St. Gallen
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codex 57 60.

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Cod. 56 ist in keinem alten St. Galler Katalog erwähnt; wederin dem des IX. Jh. noch in dem v. J. 1461.

57 . Pgm. 2° min. s. XIII; 170 Seiten dreispaltig.

Evangelium Matthaei cum commentario (Incip. comment.: 'Cum multiscripsisse evangelia legantur etc.).

58 . Pgm. 2° min. s. XIII; 160 Seiten dreispaltig.

Evangelium Marci cum commentario (aus Hieronymus und Beda).Anfang des Comment. Spalte links:Jer. [i. e. Hieronymus] Qua-tuor sunt qualitates etc. Spalte rechts: 'Marcum pene intactummajores etc.

59 . Pgm. 2° min. s. XIII; 224 Seiten, dreispaltig.

Evangelium Lucae cum prologo (*Ammon i i Alex. Migne Cursus 68,255) et commentario ex SS. PP. hausto. Incip. comment.: 'Lucasde omnibus quae fecit Ihs et docuit etc.

60 . Pgm. 2° min. (27 u. 18V 2 C.) s. VIII; 70 Seiten in irischer Schrift mit einemBild des Evangelisten Johannes S. 4 und einem Titelblatt mit Verzierungen S. 5.

Evangelium S. Johannis (Anfang S. 5 in grossen Anfangsbuchstabenund Kapitalschrift nach irischer Art:INP r i nci pio erat verbum.S. 6: 'Et verbum erat etc. In die 232 Paragraphen des Euse-bius oder Ammonius eingetheilt; am Rande von jüngerer HandHinweisungen auf die Parallelstellen nach den Canones. Die Les-art stimmt mit der Itala, nicht mit der Vulgata.

Neben ein paar Blättern in Cod. 1394 und 1395 ist dies dieeinzige noch übrige von den 30 im ältesten Stiftskatalog alsLibri scottice scripti verzeichneten Hss. (Cod. 728 p. 4) Facsi-mile des gemalten Bildes von Johannes p. 4 (Vorderansicht, mitdem Adler) in Zürch. Antiq. Mitth. VII tab. VHI (zu p. 93); zweiSchriftproben ebenda tab. XI No. 1. Der altkeltische Styl sym-metrischer Ornamentik erscheint in den Codd. 60 und 51 auchauf die Figuren ausgedehnt; die geometrische Linienführung ver-läugnet jede Form der Natur, die Proportionen sind verfehlt, derAusdruck grotesk und die Färbung rein willkührlich. Doch ge-hört dieser baroke Geschmack vielleicht schon einer entartetenZeit; in den ältesten Hss. dieser Art z. B. dem Book of kells inDublin soll er noch weniger hervortreten. Vgl. Wattenbach Schrift-wesen im M. A. p. 213 und Rahn Gesch. p. 114 und 123 ff.