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Verzeichniss der Handschriften der Stiftsbibliothek von St.Gallen / herausgegeben auf Veranstaltung und mit Unterstützung des Kath. Administrationsrathes des Kantons St. Gallen
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CODEX 546.

Karlsruher, Ueberlinger bei Mone Hymn. I, 397); Wackernagel imDeutschen K. L. I, p. 94 schöpft aus dem gedruckten Hortulusvon a° 1503; Schubiger aus Cod. S. Gail. 546; die ältere St. Gail.Hs. 388 scheint noch unbenutzt. Den Notker nennt als Verfasserkeine hiesige Quelle, weder die Casus, noch Notkers Leben odersein Schüler Ekkehart (IV). In Cod. 546 ist das Lied alspul- .cherrima antiphona ohne den Namen eines Verfassers kopirt, esfehlt auch im Register von Notkers Sequenzen. Vadian, Scho-binger und Goldast wissen davon so wenig als vom angeblichenUrsprung der Antiphon bei Erbauung der Martinsbrttcke. Allesdies geht nicht weiter als bis auf J. Metzler (f 1639) zurück, derin seiner Chronik (Cod. 1408 p. 229 30) berichtet: Rursum verotempore alio, cum per subjectam vallem loco summe periculosoet praecipiti (Martins dobel vulgo) pons altissimus pararetur, prae-sens ibi pater scs mente talem interiori conceptum agitabat:Media vita etc. (bis: tradas nos): Haec ille; quibus et b. T u t e 1 ohos inde versus intexuit: primum ibi: irascerisIn te etc. Sedet Anonymus quidam versiculos alios iisdem etiam locis inseruitscii, ibi: irasceris.Ah Homo perpende etc. (bis: sancte etmisericors). Sed haec ex vetustissimis membranis de-prompta hactenus. Diese alten Pergamente existiren in S. Gallennicht mehr; Cod. 388 nennt weder Notker noch den Brückenbau.Metzlers Abdruck derMedia vita bei Canis. V, p. 770 ist nachseiner Angabeex vetustissimo (oder: vetusto laut Cod. msc. 1462p. 112) codice ubi cum modernis etiam notis est entlehnt, alsooffenbar, wie auch die Lesart beweist, aus dem Cod. chartac.546 oder der Wirstlinschen Pergamentabschrift davon. I. v. Arx,der in der Gesch. I, p. 95 die Martinstobel - Anekdote ohne Angabeeiner Quelle erzählt, hat sie ohne Zweifel aus Metzler entnommen.Was er (Zusätze I, p. 18) von einem dämonischen Ursprung desGesangs hinzufttgt, ist allerdings in Cod. 1074 p. 263 (spätererEintrag saec. XV) gesagt, aber von den Notkerschen Sequenzenüberhaupt, ohneMedia vita zu nennen. Wenn Metzler denTutilo als Verfasser der Einschiebsel (In te Ad te Ne)bezeichnet, so kennen wir auch hier die Grundlage nicht; in Cod.546 heisst es nur ganz allgemein:cum versibus posterioribus Inte, Ad te, Ne ss. antiquorum monach. S. Gail, nostrorum. DieViri illustr. S. Gail, von J. Metzler (Pez Thesaur. I) enthalten überMedia vita Nichts; gegen die Gewissenhaftigkeit dieses Autorsdarf kein Zweifel bestehn, aber er hat 700 Jahre nach Notker