264
CODEX 788.
leirre und meyster marcus van der lyndauwe gemacht hait.’ Aucheine Münchnerhs. des Auszugs aus Aegypten No. 838 (Schmeller)hat den Namen, sowie zwei andere No. 215 und 5136 ebendaselbst,die aber eine Erklärung des Evang. Johannis enthalten. In einerGiessenerhs. (No. 850 Adrian Catal.) erscheint ‘der von lyndauweBruder Marcus eyn myner bruder’ als Verfasser von ‘Sermones’und von ‘Item dryer hande lute werden getrieben von dem geisteItem wie die Judden und- die phariseyen zu Johanne santen.’Die X Gebote und den Auszug enthalten zwei andere Giessenerhss.No. 813 und 849 aber ohne den Namen des Marcus. Der in Cod.S. Gail. No. 773 als Autor einer Abhandlung ‘De reparatione primihominis’ genannte ‘Fr. Marquard provincialis fratrum minorumalemaniensis provincie’ ist der nämliche. In Münchner Hss. sindnoch von Demselben enthalten: Cod. lat. 8434: De horto spirituali— De nobilitate corporis et animae Christi; Cod. 8987 : De thronoSalomonis — De nobilitate creaturarum — De penis inferni —De quinque sensibus; Cod. 9003: De exitu filiorum Israel — Dedecem vitiis — De X praeceptis — De instinctibus; und Cod. 9022:De perfectione humanitatis Christi. Endlich wird in den Schriftendes Bodenseevereins II, p. 43 in der Geschichte des LindauerFranziskanerklosters ein Traktat über das Sakrament Gottes vonihm angeführt. Marcus von Lindau war Provincial der Strass-burgerprovinz seines Ordens vom 19. Nov. 1389 bis zu seinemTode 15. Aug. 1392 s. Mülinen Helv. sacra II, p. 28. Die Biblio-graphen haben diesen Schriftsteller völlig Ubersehn, obgleich einsseiner Werke, freilich anonym, in alten Drucken existirt und dieübrigen so zahlreich in Handschriften Vorkommen; aber die Auf-findung ist nicht überall leicht, weil die Exemplare an verschie-denen (oben in der Beschreibung herausgehobenen) Stellen anfan-gen. Auch hält man gewöhnlich den Granatapfel für Geiler’seigenes Werk, obwol diese Sammlung ausdrücklich nur als ‘mehren-theils ’ von ihm gepredigt benannt ist. Das von Zapf AugsburgerBuchdr. Gesch. II, p. 45 wie ein besonderes Buch angeführte‘Ain gaistlicli Bedeutung des außgangs’ etc. ist nichts als jeneszweite Stück des Granatapfels. Des Marcus von Lindau theolo-gische Richtung ist die mystische der kirchl. Gottesfreunde.
788. Pgm. 8° s. XIV; 156 Seiten in kleinster Schrift. Vier Hefte.
Sermones et tractatus theologici. Dabei pag. 98 —108 fünflateinisch-deutsche Predigten mit einem Gebet für Pabst Benedikt