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CODEX 916.
S. Othmaro abbate, quando nimirum ex cella S. Galli instituta abbatiaet oblata S. Benedicti regula, quam iste videtur barbaris nec lin-guae latinae admodum peritis monachis interpretandum suscepisse.(Nach Müllenhoff Denkm. p. 459 datiren solche Uebersetzungenvielmehr aus der Zeit nach a° 802 d. h. nach Erscheinen derVorschrift, dass die Mönche ‘regulam intelligent.’) Es soll nochein zweites Exemplar der deutschen Benediktinerregel, nebstdeutschen Hymnen ‘ des Kero ’, einem kurzen Märtyrerbuch u. A.in S. Gallen vorhanden gewesen sein (laut Kolb’s Katal. I, 540und 368. H, 95); dieses sonst unbekannte Msc., auch wenn esnoch vorhanden wäre, würde natürlich ebenso wenig als Cod. 916den Namen Kero’s oder überhaupt eines Verfassers darbieten.Vielleicht war es dasselbe, von dem Metzler bemerkt (Chronikp. 247): Habuit et Barthol. Schobingerus S. Benedicti regulam abNotkero et Otfrido Wissenburg, germanicae linguae donatam, utipse Schobingerus dum viveret perhibebat. Vidi ego opus, sedNotkeri illud esse minime credo.
Der nicht häufige Mannsname Kero findet sich im ganzen Liberprofessionum unter sämmtlichen Aebten und in allen Professformelnnicht ein einzigesmal; im Catalogus fratrum conscriptorum (einemandern Msc. des IX. Jh. und ff. des Stiftsarchivs) kommt er Einmalvor und zwar von einer Hand des IX. Jh. für einen WeissenburgerMönch; Einmal sodann im Codex Trad. als Testis i. J. 799 (Urk.
B. I p. 148) und endlich Einmal im Necrolog Cod. 915 beimTodestag des Markgrafen Kero. Förstemann citirt im Namen-buch als einziges Beispiel für Kero den Goldast II p. 103 (p. 129der Ed. 1) d. h. das alphabetische Register alemannischer Per-sonennamen. Dies Register hat Goldast nicht aus dem Liber pro-fessionum, sondern aus dem Liber fratr. conscr. geschöpft, wieseine Beschreibung des Msc. ibid. p. 14 zeigt; der Kero daselbst ,ist also der oben erwähnte Weissenburger Mönch des IX. Jh’s.Im Liber professionum gibt es wohl Kerloh (p. 8 und 16), Kerolt(p. 13), Kerh(art p. 20), aber weder Kero noch Gero. Ebensofehlt der Name in den Registern von Tschudy (Cod. 638 p. 755),von Stumpf (Gedruckte Chronik I p. 172 —173 Ed. 1548) und vonVadian. Da nun schon die blosse Namensform Kero so überausselten erscheint, so dürfte es um so schwerer halten, einen Schrift-steller Kero zu entdecken. Letzterer müsste, falls ihn Othmarbei Antritt der Abtei, also i. J. 720 als Professus bereits vorfand,eher schon im 7ten Jh. geboren sein, als erst im 8ten; er hätte