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Lehr- und Lesebuch für die Volksschule : 7. bis 9. Schuljahr (12. bis 15. Altersjahr) / von Ed. Schönenberger und B. Fritschi / Deutsche Sprache
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Wann hell die Sommersterne strahlen,

Der Glühwurm schimmert durch den Strauch,

Dann geht ein Flüstern und ein Winken,

Das sich dem Ahrenfelde naht,

Da geht ein nächtlich SilberblinkenVon Sicheln durch die gold’ne Saat.

Das sind die Bursche jung- und wacker,

Die sammeln sich im Feld zuhauf,

Und suchen den gereiften AckerDer Wittwe oder Waise auf,

Die keines Täters, keiner BrüderUnd keines Knechtes Hülfe weiss —

Ihr schneiden sie den Segen nieder,

Die reinste Lust ziert ihren Fleiss.

Schon sind die Garben festgebundenUnd rasch in einen Bing gebracht;

Wie lieblich floh’n die kurzen Stunden,

Es war ein Spiel in kühler Nacht!

Nun wird geschwärmt und hell gesungenIm Garbenkreis, bis Morgenluft *

Die nimmermüden braunen JungenZur eig’nen schweren Arbeit ruft.

O. Keller

1. He rbstgefiihle.

Der Buchenwald ist herbstlich schon gerötet,

So wie ein Kranker, der sich neigt zum Sterben,Wenn flüchtig noch sich seine Wangen färben;Doch Rosen sind’s, wobei kein Lied mehr flötet.

Das Bächlein zieht und rieselt, kaum zu hören,Das Tal hinab, und seine Wellen gleiten,

Wie durch das Sterbgemach die Freunde schreiten,Den letzten Traum des Lebens nicht zu stören.

Ein trüber Wand’rer findet hier Genossen ;

Es ist Natur, der auch die Freuden schwanden,