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\Y a ! t li e r F ii r s t.
Ich geb’s nicht zu; ihr seid mein Gast, ich mussFür eure Sicherheit gewähren!
M e 1 c h t h a I.
Lasst mich!
Die Schliche kenn’ ich und die Felsensteige;
Auch Freunde lind’ ich g’nug, die mich dem FeindVerhehlen und ein Obdach gern gewähren.
Stauffacher.
Lasst ihn mit Gott hinüber geh’n. Dort drüben
Ist kein Verräter — So verabscheut ist
Die Tyrannei, dass sie kein Werkzeug findet.
Auch der Alzeller soll uns nid dem WaldGenossen werben und das Land erregen.
Melchthal.
Wie bringen wir uns sich’re Kunde zu,
Dass wir den Argwohn der Tyrannen täuschen?
Stauffacher.
Wir könnten uns zu Brunnen oder TreibVersammeln, wo die Kaufmannsschiffe landen.
Walt h e r F ii r s t.
So offen dürfen wir das Werk nicht treiben.
— Hört meine Meinung. — Links am See, wenn manNach Brunnen fährt, dem Mvtenstein grad’ über,
Liegt eine Matte heimlich im Gehölz,
Das Rütli heisst sie bei dem Volk der Hirten,
Weil dort die Waldung ausgereutet ward.
Dort ist’s, wo uns’re Landmark und die eure
(Zu Melchthal.)
Zusammen grenzen, und in kurzer Fahrt
(Zu Stauffacher.)
Trägt euch der leichte Kahn von Schwyz herüber.
Auf öden Pfaden können wir dabin
Bei Nachtzeit wandern und uns still beraten.
Dahin mag jeder zehn vertraute Männer