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Alle gehen nach der Tiefe, den Kommenden entgegen. Aus dem Kahn steigen S t a u f f a c h e r rItel Rcding, Hans auf der flauer, J org im Hofe, Konrad Hunn, Ulrich derSchmid, Jost von Weiler und noch drei andere Landleute, gleichfalls bewaffnet.
Alle (rufen'.
Willkommen!
(Indem die Übrigen in der Tiefe sich verweilen und sich begrössen, kommt Melchthal und
Stauffacher vorwärts.)
O Herr Stauffacher! Ich liab’ ihnGeseh’n, der mich nicht wieder sehen konnte!
Die Hand liab’ ich gelegt auf seine Augen,
Und glühend Rachgefülil liab’ ich gesogenAus der erlosch’nen Sonne seines Blicks.
S t a u ffac h er.
Sprecht nicht von Rache. Nicht Gescheh’nes rächen,Gedrohtem Übel wollen wir begegnen.
— Jetzt sagt, was ihr im Unterwaldner LandGeschafft und für gemeine Sach’ geworben,
Wie die Landsleute denken, wie ihr selbstDen Stricken des Yerrat’s entgangen seid.
Melchthal.
Durch der Surenen furchtbaies Gebirg,
Auf weit verbreitet öden Eisesfeldern,
Wo nur der heis’re Lämmergeier krächzt,
Gelangt’ ich zu der Alpentrift, wo sichAus Uri und vom Engelberg die HirtenAnrufend grüssen und gemeinsam weiden,
Den Durst mir stillend mit der Gletscher-Milch,
Die in den Runsen schäumend niederquillt.
In den einsamen Sennhütten kehlt’ ich ein,
Mein eigner Wirt und Gast, bis dass icli kamZu Wohnungen gesellig lebender Menschen.
— Erschollen war in diesen Tälern schonDer Ruf des neuen Gräuels, der geschehen,
Und fromme Ehrfurcht schalfte mir mein UnglückVor jeder Pforte, wo ich wandernd klopfte.
Entrüstet fand ich diese graden Seelen