Buch 
Lehr- und Lesebuch für die Volksschule : 7. bis 9. Schuljahr (12. bis 15. Altersjahr) / von Ed. Schönenberger und B. Fritschi / Deutsche Sprache
Entstehung
Seite
183
JPEG-Download
 

Ob dem gewaltsam neuen Regiment;

Denn so, wie ihre Alpen fort und fortDieselben Kräuter nähren, ihre BrunnenGleichförmig lliessen, Wolken selbst und WindeDen gleichen Strich unwandelbar befolgen,

So hat die alte Sitte hier vom AhnZum Enkel unverändert fort bestanden.

Nicht tragen sie verwegne NeuerungIm altgewohnten, gleichen Gang des Lebens.

Die harten Hände reichten sie mir dar,

Von den Wänden langten sie die rostgen Schwerter,,Und aus den Augen blitzte freudigesGefühl des Muts, als ich die Namen nannte,

Die im Gebirg dem Landmann heilig sind,

Den eurigen und Walther Fürsts Was euchRecht würde dünken, schworen sie zu tun,

Euch schworen sie bis in den Tod zu folgen.

So eilt ich sicher unterm heilgen SchirmDes Gastrechts von Gehöfte zu Gehöfte

Und als ich kam ins heimatliche Tal, (

Wo mir die Vettern viel verbreitet wohnen

Als ich den Vater fand, beraubt und blind,

Auf fremdem Stroh, von der BarmherzigkeitMildtätger Menschen lebend

Stauffacher.

Herr im Himmel t

M e 1 c h th al.

Da weintich nicht! Nicht in ohnmächtgen TränenGoss ich die Kraft des heissen Schmerzens aus;

In tiefer Brust, wie einen teuren Schatz,

Verschloss ich ihn und dachte nur auf Taten.

Ich kroch durch alle Krümmen des Gebirgs ;

Kein Tal war so versteckt, ich späht es aus

Bis an der Gletscher eisbedeckten FussErwartet ich und fand bewohnte Hütten,

Und überall, wohin mein Fuss mich trug,