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Fand ich den gleichen Hass der Tyrannei;
Denn bis an diese letzte Grenze selbstBelebter Schöpfung, wo der starre BodenAufhört zu geben, raubt der Vögte Geiz —
Die Herzen alle dieses biedern VolksErregt’ ich mit dem ( Stachel meiner Worte,
Und unser sind sie all’ mit Herz und Mund.
Stauffacher.
Grosses habt ihr in kurzer Frist geleistet.
M e l c h t h a 1.
Ich tat noch mehr. Die beiden Festen sind’s,Rossberg und Sarnen, die der Landmann fürchtetDenn hinter ihren Felsenwällen schirmtDer Feind sich leicht und schädiget das Land.
Mit eig’nen Augen wollt’ ich es erkunden;
Ich war zu Sarnen und besah die Burg.
Stauffacher.
Ihr wagtet euch bis in des Tigers Höhle?
M e 1 c h t h a 1.
Ich war verkleidet dort in Pilgerstracht;
Ich sah den Landvogt an der Tafel schwelgen —Urteilt, ob ich mein Herz bezwingen kann;
Ich sah den Feind und ich erschlug ihn nicht.
Stauffacher.
Fürwahr, das Glück war eurer Kühnheit hold.
Unterdessen sind die andern Landieute vorwärts gekommen und nähern sichden beiden.
Doch jetzo sagt mir, wer die Freunde sindUnd die gerechten Männer, die euch folgten?
Macht mich bekannt mit ihnen, dass wir unsZutraulich nahen und die Herzen öffnen.
Meier.
Wer kennte euch nicht, Herr, in den drei Landen?Ich bin der Meier von Sarnen; dies hier istMein Schwestersohn, der Struth von Winkelried.