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Lehr- und Lesebuch für die Volksschule : 7. bis 9. Schuljahr (12. bis 15. Altersjahr) / von Ed. Schönenberger und B. Fritschi / Deutsche Sprache
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Knabe.

Es hagelt schwer. Kommt in die Hütte, Vater,

Es ist nicht kommlich, hier im Freien hausen.

Fischer.

Raset, ihr Winde! Flammt herab, ihr Blitze!

Ihr Wolken, berstet! Giesst herunter, StrömeDes Himmels, und ersäuft das Land! ZerstörtIm Keim die ungeborenen Geschlechter!

Ihr wilden Elemente, werdet Herr!

Ihr Bären, kommt, ihr alten Wölfe wiederDer grossen Wüste! Euch gehört das Land.

Wer wird hier leben wollen ohne Freiheit!

Knabe.

Hört, wie der Abgrund tost, der Wirbel brüllt,

So hats noch nie gerast in diesem Schlunde!

Fisch er.

Zu zielen auf des eignen Kindes Haupt,

Solches ward keinem Vater noch geboten!

Und die Natur soll nicht in wildem Grimm

Sich drob empören 0, mich solls nicht wundern,

Wenn sich die Felsen bücken in den See,

Wenn jene Zacken, jene Eisestürme,

Die nie auftauten seit dem Schöpfungstag,

Von ihren hohen Kulmen niederschmelzen,

Wenn die Berge brechen, wenn die alten KlüfteEinstürzen, eine zweite Siindflut alleWohnstätten der Lebendigen verschlingt!

(Man hört lauten).

Knabe.

Hört ihr, sie läuten droben auf dem Berg.

Gewiss hat man ein Schiff in Not gesehnUnd zieht die Glocke, dass gebetet werde.

(Steigt auf eine Anhöhe).

Fischer.

Wehe dem Fahrzeug, das, jetzt unterwegs,