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Lehr- und Lesebuch für die Volksschule : 7. bis 9. Schuljahr (12. bis 15. Altersjahr) / von Ed. Schönenberger und B. Fritschi / Deutsche Sprache
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Du hast aus meinem Frieden mich herausGeschreckt, in gährend Drachengift hast duDie Milch der frommen Denkart mir verwandelt;

Zum Ungeheuren hast du mich gewöhnt

Wer sich des Kindes Haupt zum Ziele setzte,

Der kann auch treffen in das Herz des Feinds.

Die armen Kindlein, die unschuldigen,

Das treue Wcib muss ich vor deiner WutBeschützen, Landvogt! Da, als ich den BogenstrangAnzog als mir die Hand erzitterte

Als du mit grausam teufeliseher Lust

Mich zwangst, aufs Haupt des Kindes anzulegen

Als ich ohnmächtig flehend rang vor dir,

Damals gelobt ich mir in meinem Innern

Mit furchtbarm Eidschwur, den nur Gott gehört,

Dass meines nächsten Schusses erstes ZielDein Herz sein sollte Was ich mir gelobtIn jenes Augenblickes Höllenqualen,

Ist eine heilge Schuld ich will sie zahlen.

Du bist mein Herr und meines Kaisers Vogt;

Doch nicht der Kaiser hätte sich erlaubt,

Was du Er sandte dich in diese Lande,

Um Recht zu sprechen strenges, denn er zürnetDoch nicht, um mit der mörderischen LustDich jedes Gräuels straflos zu erfrechen;

Es lebt ein Gott, zu strafen und zu rächen.

Komm du hervor, du Bringer bittrer Schmerzen,

Mein teures Kleinod jetzt, mein höchster Schatz

Ein Ziel will ich dir geben, das bis jetztDer frommen Bitte undurchdringlich war

Doch dir soll es nicht widerstehn Und du,

Vertraute Bogensehne, die so oft

Mir treu gedient hat in der Freude Spielen,

Verlass mich nicht im fürchterlichen Ernst!

Nur jetzt noch halte fest, du treuer Strang,

Dex mir so oft den herben Pfeil beflügelt