Dünkte mich der Geisterblick des Mondeswie der ernste Blick des Vaterauges,der des Sohnes Arbeit für die Schuleprüfend hinter feinem Mücken liest.
Dünkte mich der ernste Mond zu fragen:
Kind, mein Kind, was liesest du für Bücher?Herz, mein Herz, was hegst du für Gedanken?Mensch, o Mensch, wie stehts ums Tagewerk?
Darf mans hinter deinem Mücken prüfen?Darfs der klare Sonnenschein beleuchten?Darfs der keusche Mondesblick belauschen?Darfs das heilge Auge Gottes sehn?
Vauernblumen. Hugo Salus.
Die Bauernhäuser meiner Heimat, die lieb ich sehr;da gibts kein Haus, das ohne Blumen wär.
Die Reichen, die haben einen richtigen Garten.
Was blüht darin? Fast immer die gleichen Arten:
Dom roten Geranium, der gelben Sonnenblume, demblauenAaronstab
zur rosa Hortensie und den bunten Nelken herab,
lauter Bauernblumen I And drin steht das saubere Haus
und schaut so behäbig und schmuck und braun heraus;
mir lacht das Herz noch hier in der großen Stadt.
daß es eine so schöne, blumige Heimat hat!
And die Häuser der Armen? Sind sie nicht doppelt dunkelbei ihrer blühenden Nachbarn Geleucht und Gefunkel?
Gott, Armut gibts auch bei uns! And doch,für ein Blumenfenster reichts immer noch,drin blau. rot, lila, gelb und gründie gleichen schlichten» lieben Blumen blühnwie bei den Reichen.
Seht ihr. von dort bin ich her;
drum lieb ich wohl meine Heimat so sehr.
And wenn auch das Haus. das ich mir gebaut,nicht wie ein Bauernhaus auf die Gasse schaut,
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