Postwesen an den Bund überging, wurde es ganz neu einge-richtet. Die Schweiz wurde in acht Postkreise eingeteilt und dieZahl der Postbüro vermehrt. Heute gibt es in der Schweiz über4000 Postbüro. In abgelegene Dörfer, wo früher nie ein Post-bote hinkam, kommt jetzt der eidgenössische Briefträger täglich,und durch hochgelegene Bergtäler, wo früher nur ein Säumerden Postdienst versah, rollt jetzt der fünfspännige eidgenössischePostwagen oder ein zwanzigplätziges Postautomobil.
Zu dem Postwesen kam 1852 noch das Telegraphenwesenund im Jahre 1889 das Telephonwesen hinzu. Diese sind nieSache der Kantone gewesen, sondern von Anfang an Sache desBundes.
Anders hielt es der Bund mit den Eisenbahnen. Er nahmden Bau nicht selbst an die Hand, weil er sich nicht eine so großeSchuldenlast aufladen wollte, sondern überließ ihn privaten Ge-sellschaften und behielt sich nur das Recht vor, die Bahnen spä-ter zurückzukaufen. So wurden denn in der Schweiz die Eisen-bahnen von Privatgesellschaften gebaut. Das geschah auch imKanton St. Gallen. Am 24. November 1856 fuhr der ersteEisenbahnzug von Winterthur nach St. Gallen, am 1. Juli 1859von St. Gallen nach Chur und am gleichen Tage auch von Sar-gans nach Rapperswil. Etwa fünfzig Jahre lang wurden dieBahnen von den Privatgesellschaften auch betrieben, aber nichtzum Vorteil des Publikums. Es stellten sich allerlei Nachteile ein.Die Gesellschaften arbeiteten einander nicht in die Hände; beijeder Übergangsstation von einem Bahnnetz zum andern wur-den das Personal, die Maschinen und die Wagen gewechselt unddie Reisenden oft erst nach einem stundenlangen Aufenthalt wei-terbefördert. Da kaufte der Bund in den Jahren 1903 bis 1909eine Hauptbahn nach der andern den Gesellschaften ab. Das hatihn über 1000 Millionen gekostet. Dafür aber werden die Eisen-bahnen nun einheitlich betrieben und sind viel leistungsfähigerals vorher.
Weitere Bundessachen sind das Münz-, Maß- und Gewichts-wesen. Bis zum Jahre 1848 herrschte in der Schweiz ein großer
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