lichte Wälder von Eichen, Platanen, Nussbäumen und man-nigfachem andern Laubholz aus, in denen einsam dieFlüsse zogen und scheues Wild auf stillen Waldwiesenseine Nahrung fand. Die Ansiedler, als sie über das öst-liche Gebirge hereinkamen, erkannten bald die Fruchtbar-keit des dunkeln Lössbodens. Sie legten die Axt an dieBäume und Feuer in den Wald, und wo nur erst das Holznotdürftig niedergebrochen war, zog man den Pflug zwi-schen den Strünken hindurch, pflanzte Kartoffeln, Maisoder Klee, bis die Wurzelstöcke vermoderten und die Fel-der eben wurden, geeignet für Kornbau im grossen. Aufsolche Weise wurde das Waldland bis zu seiner westlichenGrenze am Missouri von Ackerbauern der Nutzung unter-worfen und zwar so gründlich, dass man heute Stundenund Stunden im Zug durch jene Gebiete reisen kann, ohneeinen Baum zu gewahren. Wohl aber wogen rechts undlinks der Strecke unabsehbar die Mais- und Weizenfelder,die Hafer- und Gerstenäcker, auch weite Hopfengärten, da-zwischen Brachen mit Luzerne. Das ist das reiche Acker-baugebiet der Union, das noch heute bemüht ist, sich indie westlichen Steppen auszudehnen, soweit Wasser vor-handen ist. Die Ackerkrume, schwer und fett, aus demsüdlichen Golfmeer von Zeit zu Zeit ein wüchsiger Regen,der Sommer heiss, um alles rasch zu reifen, der Bodeneben, wie geschaffen für Pflug und Maschinen; kurz, allestrifft hier zusammen, eine vorzügliche Landwirtschaft zubegünstigen. Gegen Westen werden die Räume trockenund dürr; am Unterlauf des grossen Stroms wächst wegender überreichlichen Feuchtigkeit das Getreide ins Kraut,anstatt ins Korn. Im Osten eignet sich der Boden mehrzu Grasbau, und nördlich der Seen reicht die Sommer-wärme nicht zur Reife. Dazwischen aber sind alle Vor-teile vereint auf einer Kulturfläche, wovon die Weizen-äcker allein einen Raum einnehmen, der viermal so grossist wie die gesamte Schweiz. Und der Weizen ist nicht ein-
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