mal die Hauptsache; noch'bedeutender sind die Pflanzungenin Mais. Auch alle andern Getreidearten, jedoch Reis aus-genommen, bedecken riesige Areale. Mit diesem weitläufigenAckerbau verbindet sich eine entsprechende Viehzucht.
Die amerikanische Feldwirtschaft ist von der unsrigengrundverschieden. Unsere Landwirte der Ebene wohnenbeisammen in ihrer Dorfschaft; jeder pflegt sein Acker-lein, fährt fleissig mit dem Mistwagen und scheut keineMühe, seinem oft mit schweren Zinsen belasteten Bodenso viel wie möglich abzugewinnen. Daneben hält er Hausund Stall hübsch in Ordnung. Der amerikanische Land-wirt hingegen wohnt auf eine Stunde Umkreis allein inseiner Farm, will sagen, in einem eilig erstellten Bauwerkaus Backsteinen, woran der Verputz vergessen wurde. DerStall daneben besteht aus vier lotterigen Mauern, woraufman zum Schein eines Daches Äste geworfen hat. Nachder Ernte kommt jeweils ein grosser Haufen Stroh dar-auf. Das fällt allmählich herunter; das Vieh liegt immerprächtig in der Streue, die sich von oben selbst ergänzt,hat da und dort durch ein mählich wachsendes Loch Ge-legenheit, im Sommer nachts die schönen Sterne zu be-wundern und gegen den Winter hin seinen Schmutz ab-regnen zu lassen. Eine Scheune gibt es auf solchem Ge-höft überhaupt nicht. Vergeblich sucht man den Kern- undNährstock aller Landwirtschaft, worin ein tüchtiger Bauerbei uns zulande seinen Stolz setzt, den breit gelagerten,sauber gezopften Dunghaufen. Der Farmer gibt dem Bo-den nichts, er ist gewohnt, nur zu nehmen. Zwei Jahrefordert er ihm Getreide ab; im dritten lässt er ihn halb-wegs ruhn, sät Klee oder Grünfutter. Verständlich sinddanach Klagen, die Erträge gingen zurück; doch suchtman jetzt mit Kunstdünger dagegen aufzukommen.
Der Farmer, wenn er sein Feld bestellt, überlegt sichzweierlei: dass sein Boden keinen Zins kostet, dagegen dieArbeiter ungewöhnlich hohen Lohn fordern, 25 Franken
185