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Lesebuch für das achte Schuljahr der Volksschule des Kantons St. Gallen / hrsg. vom Erziehungsrate
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304
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gedickt, weil das Wasser und die letzten brauchbaren Säftevon der Darm wand aufgesogen werden. Tausende von Bak-terien zerstören nun die letzten Reste, die bald als Aus-wurfstoffe den Körper verlassen müssen.

Die gesamte Darmlänge des Menschen beträgt etwadie sechsfache Länge seines Körpers, die Darmlänge desSchafes dagegen das 2833 fache des Tierleibes. DieseTatsache ist ein deutlicher Hinweis, dass für den Menschendie gemischte Kost die richtige Nahrung'ist.

5. Zuweilen schmarotzen in dem Darm des MenschenEingeweide-Würmer, die ihm die besten Nährsäfte weg-nehmen. So leben im Dünn- und Dickdarm der Kinderzu Hunderten die kleinen, etwa 2 cm langen Springwürmer;auch der Spulwurm, der bis 40 cm lang werden kann, ist einhäufiger Schmarotzer im Darm der Kinder. Im Darm derErwachsenen leben gelegentlich gefährliche Bandwürmer,die bis 10 m lang werden. Ihre Finnen leben im Schwein,im Rind und in anderen Tieren. Durch den Genuss vonrohem oder ungenügend gekochtem Fleisch gelangen siein den Darm des Menschen, wo sie sich zu Bandwürmernumgestalten und sich am Ende des Zwölffingerdarms fest-saugen. Ärztliche Hilfe befreit rasch und sicher von diesenlästigen und nicht immer ungefährlichen Gästen.

6. Gesundheitspflege des Magens. Der Magen ist zu-weilen sehr launenhaft, besonders bei nervösen und blut-armen Menschen. Die Ursache kennen wir nicht; die Tat-sache aber darf uns nicht entmutigen. Im allgemeinenaber ist der Magen der willige, oft fast nur zu ergebeneDiener des Menschen. Überfülle nie deinen Magen, hütedich vor verdorbenen Speisen. Kaue kräftig und iss lang-sam, weder zu warm noch zu kalt. Zu fette Speisen be-schweren den Magen, wie starkgewürzte Nahrung die Ver-dauungsdrüsen schwer schädigt. Starkes Rauchen odergar Tabakkauen verursacht folgenschwere Magen- und