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Lesebuch für die deutschen Primarschulen des Kantons Graubünden : 7. Schuljahr / hrsg. vom Kleinen Rat
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*3. Ackerunkräuter.

1. Zwischen den Eetreidehalmen wachsen aus dem Ackernoch gar mancherlei Pflanzen. Der Bauer hat sie nicht ange-baut. Er betrachtet sie vielmehr als Feinde jener Nutzpflanzenund nennt sie Unkräuter.

Darunter befinden sich einige, die uns bei einem Spazier-gang durch das Feld sofort in die Augen fallen. Da leuchtenuns zunächst die scharlachroten Blüten des Klatschmohns,die blauen Blüten der Kornblume und die roten derKornrade entgegen. Durch seine himmelblauen Blüten ziehtferner der Rittersporn unsere Aufmerksamkeit auf sich. Aufmanchem Acker strecken auch die Wucherblumen ihre Köpfemit den gelben Scheiben und den weihen Strahlen und dieD i st e l n ihre Körbchen voll roter Röhrenblüten hoch empor.Daneben machen sich auch einige Lippenblütler recht breit. Daist einmal der Hohlzahn, der in seiner ganzen Erscheinungan die Taubnessel erinnert. Auch der Klappertopf, den wirauf manchem Acker in großer Menge finden, hat lippenförmigeBlumenkronen. Diese sind aber gelb gefärbt und die Kelche auf-getrieben.

Nicht minder verbreitet finden wir unter dem Getreide denWachtelweizen und den Z a h n a u g e n t r o st. Sie weisensich durch die Lippenform der Blumenkrone als nahe Ver-wandte des Klappertopfs aus. Beides sind kleine Pflänzchen.

2. Unter den Ackerunkräutern gibt es ferner solche, derenStengel zu schwach sind, sich allein ausrecht zu erhalten. Siebenutzen die steifen Eetreidehalme als feste Stützen. Das tutvor allen die Ackerwinde mit ihren pfeilförmigen Blätternund trichterförmigen weißen oder rosenroten Blüten. Ihr dün-ner, knotiger Stengel windet sich in Schraubenlinien an denHalmen in die Höhe. Die Wicken dagegen benutzen, wie dieErbse, die Ranken ihrer paarig gefiederten Blätter als Arme.Sie umfassen damit die Stengel und Blätter der Getreide-