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Bei schweren Steinen wird der Strick unter einer nahe demErdboden angebrachten zweiten Rolle hinweggezogen und amEnde ein Pferd angespannt.
2. Aus diesen Anwendungen der Rolle wird jedermannschließen, daß sie mit einer bedeutenden Ersparnis an Kraftverbunden sei. Wir müssen aber doch untersuchen, ob es sichwirklich so verhält. Wir befestigen eine Rolle an einem,Ständer und bringen an jedem Ende ihrer Schnur Gewichtean. Wählen wir als Last 1 kg, so brauchen wir auch eineKraft von 1 kg, nur um die Rolle ins Gleichgewicht zu bringen.Soll die Last gehoben werden, so müssen wir zur Kraft nochein kleines Gewichtstückchen hinzulegen. Eine Last von 2 kghält einer Kraft von 2 kg, eine 3 kg schwere Last einer3 kg schweren Kraft das Gleichgewicht. Unsere Erwartungist also falsch. Wir sparen keine Kraft, wenn wir eine Rollebrauchen; denn aus jenen Versuchen ergibt sich das Gesetz:an der Rolle herrscht Gleichgewicht, wenn Kraftund Last einander gleich sind.
Es stimmt die Rolle in dieser Hinsicht mit dem gleich-armigen Hebel überein. Sie ist mit diesem aber auch in ihrerEinrichtung nahe verwandt. Rolle und gleicharmiger Hebelsind um einen festen Punkt drehbar. Bei beiden liegtder Drehpunkt in der Mitte. Der gleicharmige Hebel hat zweiArme von gleicher Länge, einen Lastarm und einen Kraft-arm. Bei der Rolle finden wir ohne große Schwierigkeitendasselbe. Die Last zieht z. B. auf der linken, die Kraft aufder rechten Seite der Rolle herunter. Der Lastarm geht darumvom Mittelpunkt oder der Achse der Rolle wagerecht zur Rinne,der Kraftarm ebenso, nur nach der entgegengesetzten Seite.Die beiden Arme bilden mithin Radien der Rolle und sindunter sich gleich. Was ist die Rolle also anders als eingleicharmiger Hebel? Es ist darum leicht erklärlich, daß zurHerstellung des Gleichgewichts auch bei der Rolle die Kraftder Last gleich sein muß.