d. — Und nun die Wirkung, wenn ich die Spulen drehe? —Die Spulen nähern und entfernen sich von den Polen desMagnets. Dadurch entstehen in den Spulen Magnet-induk-tionsströme, die an die Federn geleitet werden. Diese Strömehaben je bei Annäherung und Entfernung entgegengesetzteRichtung. Sie heissen daher Wechselströme. Wir wieder-holen unsere Versuche zur Erklärung des Telephons; nurbewegen wir diesmal nicht den Magneten, sondern dieSpule. Bei rascher Annäherung und Entfernung entstehenStromstösse; das Galvanometer schlägt je links und rechtsaus. Also entstehen in der Induktionsspule Wechselströme.Diese wollen wir nun auch durch das Gefühl wahrnehmen.
Ich verbinde die Federschleifen mit den beiden Elek-troden. Alle Schüler bilden eine Kette. Je der äusserste derSchüler nimmt eine Elektrode in die Hand. Ich drehe ruck-weise — es zwickt leicht! Die Muskeln werden erschüttert.Ursache sind die Magnet-induktionsströme. Der Physiker undChemiker Faraday hat sie zuerst entdeckt und angewendet.Nach ihm heissen sie auch Faradäische Ströme. Siewerden vorn Arzt in geeigneten Fällen bei Muskellähmungenangewendet. Je stärker der Magnet und je mehr Draht-wicklung die Spule trägt, um so stärker sind die Ströme.Vor Missbrauch ist zu warnen. Kurpfuscher betrügen mitdergleichen Behandlung recht häufig unwissende Leute undrauben ihnen zum Geld noch den Rest der Gesundheit. Nichtwahr, Ernst, rechte Pharisäer trotz Anwendung derFaradäischen Ströme!
5. Von den elektrischen Stromgrößen undMeßapparaten.
Ein Kapitel für Schüler, die klar denken und gut rechnen.
1. Bei jedem Strom unterscheiden wir drei Grund-grössen: a) die Stromstärke oder Strommenge, b) die Span-
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