Buch 
Lesebuch für das achte Schuljahr der Volksschule des Kantons St.Gallen / nach Vorlage der Lehrmittelkommission hrsg. v. Erziehungsrate
Entstehung
Seite
275
JPEG-Download
 

nung oder die Stosskraft, c) den Stromwiderstand oder dieStromreibung im Stromleiter.

Zum bessern Verständnis vergleichen wir den elektrischenStrom stets mit dem Wasserstrom. Der Wassermenge, dieaus der Brunnenröhre fliesst, entspricht beim elektrischenStrome die Stromstärke oder die Intensität. Der Technikerbezeichnet diese Grösse mit dem Buchstaben i vorn lateini-schen Wort intensitas Stärke. Die Stromstärke wächstallgemein mit der Grösse der Wasserquelle, beimelektrischen Strom mit der Grösse der Platten oder Elek-troden eines Elements. Die zweite Stromgrösse heisst beimelektrischen Strome: elektromotorische Kraft oder Spannung.Sie ist die eigentliche Stosskraft des Stromes; man bezeichnetsie mit e. Beim galvanischen Element entspricht die Span-nung der Druckhöhe des Wassers oder dem Gefäll. DieSpannung ist unabhängig von der Grösse der Elektrodeneines Elements, einzig abhängig von deren Stoff. So wirddie Stosskraft grösser, wenn ich Kohle und Zink zu einemElement (Bunsen-Element) verbinde, als bei der Verbindungvon Kupfer und Zink (Daniell-Element).

Die dritte Stromgrösse, der Widerstand= W*), nimmtzu mit der Länge der Leitung, dagegen ab mit der Ver-größerung des Querschnittes eines Leiters. Je weiter dieWasserleitungsröhre ist, desto geringer ihr Widerstand. Beimelektrischen Strom hängt der Widerstand auch vorn Leitungs-m a t e r i a 1 ab. So leitet Kupfer den elektrischen Strom etwasiebenmal besser als Eisen. Es ist leicht einzusehen und ander Brunnenröhre, der wir ein Kautschukschlauchstück auf-setzen, experimental leicht zu beweisen, dass die drei ge-nannten Grundgrössen einander wesentlich beeinflussenPros. Ohm in München hat ihre Beziehungen genau unter-sucht und folgendes nach ihm benannte Gesetz gefunden:

(* Statt W setzt der Techniker das Zeichen R Resistanz Widerstand

275