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Du tausend Strömen das Leben schwillt,des Schöpfers Liebe, die überquillt.
Ihn preist die Rose im wilden Hagund des Weltmeers brausender Wogenschlag,und du schläfst!
Er hat dir sein heiliges Buch entrollt,geschrieben mit Blumen und Sternengold;begreife des Geistes Weben darin:
Doch stumpf ist dein Buge, dumpf ist dein Sinn,und du schläfst!
Ratloser Schiffer, wohin, woher? —
Bus dem großen Meer in das große Meer!
Laut donnert das malmende Elementan die Planke, die dich vom Bbgrund trennt,und du schläfst!
Noch klopft dein herz, noch schäumt dein Blut,und die Morgensonne mit Rosenglut,mit Lilienschnee dein haar umglänzt,der Priesterin gleich die das Opfer kränzt, —und du schläfst!
horch, früh an der Esse, was schafft der Schmied?Wach' auf, wach' auf, die Stunde flieht!
Die Nägel zu deinem Leichenschrein,vor Mittag müssen sie fertig sein;und du schläfst!
Und die Sägemühle, sie ruft so schrill,sie ruft, weil sie gerne dich wecken will:
„Wach' auf! Das Leben ist kurz und karg,ich schneide die Bretter zu deinem Sarg,und du schläfst!" —
O letzter Gang, o einsamer Gang!
Wie jammert die Glocke so seltsam bang;und die Welt so öde, das Grab so tief;dem Erwachenden wehe, der schlief und schlief: —Und du schläfst!