Das Vaterhaus.
F. Wiedemann.
lvo's Dörflein dort zu Lude geht,wo's Mühlenrad am Bach sich dreht,da steht im dust'gen Blütenstraußein hüttlein: 's ist mein Vaterhaus.
Da schlagen mir zwei herzen drinn,voll Liebe und voll treuem Sinn;mein Vater und die Mutter mein,das sind die herzen, fromm und rein.
Darin noch meine Wiege steht,darin lernt' ich mein erst Gebet,darin fand Spiel und Lust stets Raum,darin träumt ich den ersten Traum.
Drum tausch' ich für das schönste Schloß,wär's felsenfest und riesengroß,mein liebes hüttlein doch nicht aus:denn 's gibt ja nur ein Vaterhaus.
Der Großvater.
A. Stifter.
Vor meinem väterlichen Geburtshause, dicht neben der Eingangs-tür desselben, liegt ein großer, achteckiger Stein, von Gestalt einessehr in die Länge gezogenen Würfels. Seine Seitenflächen sind rohausgehauen, seine obere Fläche aber ist von dem vielen Sitzen sofein und glatt geworden, als wäre sie mit der kunstreichsten Glasurüberzogen. Der Stein ist sehr alt, und niemand erinnert sich, voneiner Zeit gehört zu haben, wann er gelegt worden sei. Die ur-ältesten Greise unseres Laufes waren auf dem Steine gesessen, sowie jene, welche in zarter Jugend hinweggestorben waren und nebstall den andern in dem Kirchhof schlummern. Das Alter beweist