Buch 
Deutsches Lesebuch für Sekundarschulen / hrsg. von Veit Gadient
Entstehung
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Die Sonnenstrahlen.

W. Curtmann.

Die Sonne war aufgegangen und stand mit ihrer schönenglänzenden Scheibe am Limmel. Da schickte sie ihre Strahlen aus,um die Schläfer in dem ganzen Lande zu wecken.

Der erste Strahl kam zu der Lerche. Die schlüpfte aus ihremNeste, flog in die Luft hinauf und sang: Liri, liri, li, schön ift's inder Früh.

Der zweite Strahl kam zu dem Löschen und weckte es auf.Das rieb sich die Augen nicht lange, sondern sprang aus dem Waldeauf die Wiese und suchte sich zartes Gras und saftige Kräuter zuseinem Frühstück.

Ein dritter Strahl kam an das Lühnerhaus. Da rief derLahn: Kikiriki! und die Lühner flogen von ihrer Stange herab undliefen in den Los und suchten sich Futter und legten Eier in das Nest.

Ein vierter Strahl kam an den Taubenschlag zu den Täubchen.Die riefen: Ruckediku, die Tür ist noch zu! Als die Tür aufgemachtwar, da flogen sie alle in das Feld und liefen über den Erbsenackerund lasen sich die runden Körner auf.

Ein fünfter Strahl kam zu dem Bienchen. Das kroch ausseinem Bienenkorb hervor und wischte sich die Flügel ab und summtedann zu den Blumen und den blühenden Bäumen und trug denLonig nach Lause.

Da kam der letzte Strahl an das Bett des Faulenzers undwollte auch ihn wecken. Allein er stand nicht auf, sondern legte sichauf die andere Seite und schnarchte, während alle andern arbeiteten.

Wache auf!

Fr. W. Weber.

Es rauscht der Morgen so frisch und kühl,und du gähnst und dehnst dich auf dumpfem Pfühl!hchon trägt die Lerche in frohem Psalmzum Himmel die Grüße von Blatt und Halm,und du schläfst!

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