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Deutsches Lesebuch für Sekundarschulen / hrsg. von Veit Gadient
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Es will Abend werden

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Der Abend.

M. Greif.

Tiefblau ist das Tal,über den Wäldern gehetdie Sonne still zur Ruh',im sinkenden Strahlder Wipfel Regung wehetden leisen Sternen zu.

Abend im Tal.

W. Curtmann.

Es wird Abend; die Sonne sinkt an den Rand des Himmels;die Wolken in ihrer Nähe färben sich rot. Die Litze hat aufgehört;es weht ein kühles Lüftchen. Lieber dem Wasser erhebt sich Nebel;das Gras wird von Tau befeuchtet.

In der Luft spielen Mücken in zahllosen Schwärmen; die Vögelin den Büschen singen ihr letztes Lied; die Bienen kehren zu ihrenStöcken zurück, und alle schicken sich an zu schlafen. Desto muntererquaken die Frösche in den Weihern; die Maikäfer schwirren; Fleder-mäuse flattern umher, und Glühwürmchen leuchten in der Dämmerung.

Die Arbeiter sind von dem Felde zurückgekehrt. Alles ist müdeund sehnt sich nach Ruhe. Aber Menschen und Tiere sind auchhungrig und warten auf ihr Abendbrot. Die rauchenden Schorn-steine und die heimkehrenden Wagen mit Futter zeigen, daß dafürgesorgt wird. Bald werden alle satt sein und sich dem Schlafeüberlassen.