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Deutsches Lesebuch für Sekundarschulen / hrsg. von Veit Gadient
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Das Eied von der Glocke.

F. v. Schiller.

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Fest gemauert in der Erdensteht die Form, aus Lehm gebrannt,heute muß die Glocke werden,frisch Gesellen, seid zur Hand IVon der Stirne heißrinnen muß der Schweiß,soll das Werk den Meister loben;doch der Segen kommt von oben.

Zum Werke, das wir einst bereiten,geziemt sich wohl ein ernstes Wort;wenn gute Reden sie begleiten,dann fließt die Arbeit munter fort.

So laßt uns jetzt mit Fleiß betrachten,was durch die schwache Kraft entspringt;den schlechten Mann muß man verachten,der nie bedacht, was er vollbringt.

Das ist's ja, was den Menschen zieret,und dazu ward ihm der Verstand,daß er im innern herzen spüret,was er erschafft mit seiner Hand.

Nehmet holz vorn Fichtenstamme,doch recht trocken laßt es sein,daß die eingepreßte Flammeschlage zu dem Schwalch hinein IRocht des Kupfers Brei,schnell das Zinn herbei,daß die zähe Glockenspeisefließe nach der rechten Weisel

Was in des Dammes tiefer Grube ^die Hand mit Feuers Hilfe baut,hoch auf des Turmes Glockenstube, ^da wird es von uns zeugen laut-o^^O^

Noch dauern wird's in später; cEügest'*und rühren vieler Menschen'Ehk^

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