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Deutsches Lesebuch für Sekundarschulen / hrsg. von Veit Gadient
Entstehung
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232
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Ein Schauer freudiger Erregung läuft der Mannschaft überden Körper. Aber noch ist die Arbeit nicht zu Ende. Der zweiteKreuzer muß auch zur Tiefe.

Im selben Augenblicke liegt wieder Spannung auf den Zügendes Kapitäns.

Das Periskop zeigt von dem ersten Kreuzer nur noch Backbord.Steuerbordseits ist er bereits tief eingesunken.

Aber der zweite I Äerr im Limmel! Der hält ja gerade aufdie Stelle zu, an der das Unterseeboot auf der Lauer liegt. Er willden verborgenen Feind rammen. Der Blasenweg des abgeschossenenTorpedos hat dem Feind die Lage des Ll-Bootes verraten.

Alle Tanks füllen!"

Die Stimme des Kapitäns klingt wieder scharf und schneidend . .

Der Befehl wird ausgeführt. Schon braust die Salzflut tosendund schlagend durch die geöffneten Ventile. Der Periskopmast isteingeholt.

Gleichzeitig sehen die Motore wieder ein.

Der Zeiger am Manometer gleitet im Kreise nach rechts undzeigt, wie tief das Boot steht.

In einigen Sekunden ist der Kreuzer heran, und wehe, wenner mit seinem Stahlbug oder mit dem Kiel den Feind da unten auchnur streift.

Die Männer hier unten wissen nicht, wie nahe oder entfernt er ist.

Schweigend tun sie ihre Pflicht, schweigend und hoffend. DerKapitän läßt den Stahldeckel vor dem Turmfenster ausschwingen.Grünliches, märchenhaftes Licht glüht gespensterhaft herein.

And jetzt wird es plötzlich von einem Schatten zerschnitten, derauf Augenblicke alles Licht abdämpft.

Der Kreuzer über uns!"

Das Schlagen der Schrauben klingt, als ob ein Seeungeheuerdahinwütete dann wird es wieder hell.

Gefahr vorbei!" beruhigt der Kapitän seine Leute, und wiedergeht ein Aufatmen durch die Mannschaft, ein Aufatmen vom TodeErstandener.

Nach zwanzig Minuten langer Fahrt ertönt das Kommando:

Tanks ausblasen!" und allmählich hebt sich das Boot wiederzur Oberfläche, die jetzt ruhig und spiegelglatt daliegt.

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