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trotzige Lagen, „man möchte sonst meinen, es geschehe aus Furchtvor ihren Kriegern." Dann legte er das Schwert Siegfrieds querüber das Knie, und Heller Schein strahlte aus dem Jaspis im Schwert-knaufe. So reizte er die schon Zornige. „Wer hat euch eingeladen,und wie wagt ihr, hierherzukommen?" „Niemand hat mich eingeladen;als Dienstmann habe ich meinen Lerrn begleitet, wie es sich ziemt."„Ihr habt meinen Mann erschlagen; weshalb tatet ihr das?" „Ichhabe es getan, weil Ihr und Euer Mann meine Lernn Brunhildebeleidigt habt." „Da hört ihr's, ihr Krieger; Lagen gesteht seineMissetat ein." Dann ging sie haßerfüllt weiter.
Den wegemüden Burgunden wurde in einer großen Lalle dasNachtlager angewiesen. Aber die grimme Miene der Königin ver-hieß keine gute Nacht, ein heimlicher Lleberfall war zu befürchten.Da erboten sich Lagen und Volker, vor der Lalle Schildwache zuhalten, damit die Gefährten ruhig schlafen können. Zum Kampfgerüstet, setzten sie sich vor der Tür auf eine Bank. Als es stillegeworden, ergriff Volker seine Fidel und ließ die Saiten erklingen;erst kräftig daß das ganze Laus erscholl, dann immer sanfter undsüßer, daß die sorgenvollen Männer alle in Schlaf gelullt wurden.Dann griff er wieder zu Schild und Schwert. Nicht lange ging es,so sah man im Dunkel Lelme und Larnische blitzen; es waren Chriem-hilds Mannen, welche die Schlafenden überfallen wollten. Als sieaber die Lalle so wohl bewacht fanden, zogen sie feige ab. — DieGedanken der beiden Wächter schweiften weit fort in die Leimatam grünen Rhein; dann sannen sie schweren Lerzens, was wohl derfolgende Tag bringen werde. Allmählich wurden ihre Panzerringekühl, und der Tag brach an.
Am Vormittag wurden Turniere abgehalten. Beinahe wäreaus dem Spiel blutiger Ernst geworden, wenn nicht Ehel den Streitgeschlichtet hätte. Beim Mittagsmahl wurden die Gäste getrennt.Im Saale speisten bei Etzel, Chriemhild und ihrem Söhnlein Ortliebvon den Burgunden Günther und seine Brüder, nebst Lagen undVolker, ferner Rüdiger, Dietrich und ihre Mannen, und eine großeZahl Lunnen. Die übrigen Burgunden wurden in der Lerbergebewirtet. Während diese arglos beim Mahle saßen, drang eineSchar Lunnen, von Chriemhild gesandt, herein und metzelte dieWehrlosen nieder. Einzig Tankwart, Lagens Bruder, entrann demBlutbad. Blutüberströmt erscheint er im Saale, wo die Lerrschaftenweilen, und meldet, was geschehen. Da springt Lagen auf, ziehtsein Schwert und schlägt dem an der Seite Chriemhilds sitzenden