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Lesebuch für das fünfte Schuljahr der Primarschulen des Kantons St. Gallen / nach Vorl. der kantonalen Lehrmittelkommission hrsg. vom Erziehungsrate
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102
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eingehen. Sie sagten: Lieber wollen wir es au! den Kampfankommen lassen, als uns zu so harten Bedingungen unter-werfen; denn schlimmer kann es uns ja nicht ergehen,auch wenn wir den Krieg verlieren. Und sie schicktenabermals Boten zu den Eidgenossen und baten, man sollesie um Gotteswillen nicht im Stiche lassen. Da kam ihneneine Schar Schwyzer zu Hilfe.

Die Schlacht bei Näfels. In der Morgenfrühe des9. April brach das österreichische Heer von Weesen auf. Kaumhatten die Späher der Glarner das gemeldet, so wurde imganzen Lande Sturm geläutet, und die Männer liefen zurLetzimauer, die unterhalb Näfels sich von Berg zu Bergzog und das Tal völlig sperrte. Aber die Leute aus demhintern Teile des Tales konnten nicht rechtzeitig eintreffen.So waren die Glarner nicht zahlreich genug, um die Feindezurückzuschlagen, und die Österreicher konnten mit leich-ter Mühe die Mauer an mehreren Orten durchbrechen undungehindert ins Land eindringen. Da glaubten sie, den Siegschon errungen zu haben und fingen zu plündern an. Sieliefen in die Dörfer, trieben das Vieh zusammen, luden den ge-raubten Hausrat auf Karren und steckten die Häuser in Brand.

Die Glarner aber sammelten sich inzwischen auf einerSteinhalde ob Näfels. Dort schwang ihr Kriegshauptmanndas Landesbanner, und wer von seinen Leuten es flatternsah, eilte zu ihm hin. Als die Österreicher das wahr-nahmen, sammelten auch sie sich wieder und rückten dieHalde hinan. Aber es erging ihnen wie dem österreichi-schen Heere am Morgarten; sie wurden von einem Stein-hagel empfangen. Die Pferde erschraken, wurden scheuund bäumten sich. Da wollten die Reiter wieder auf dieEbene zurückkehren und sich dort neu aufstellen. Sieriefen deshalb dem hinter ihnen stehenden Fussvolk zu,es solle Platz machen und ein wenig zurückgehen. Diesesaber meinte, die Schlacht sei verloren und lief davon.