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Lesebuch für das siebente Schuljahr der Primarschulen des Kantons St. Gallen / nach Vorlage der kantonalen Lehrmittelkommission hrsg. vom Erziehungsrate des Kantons St. Gallen
Entstehung
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189
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Die Nachbarländer der Schweiz.

97. Der Mein. Jeutschkand.

1. Bei Basel nimmt der Rhein Abschied von unserm Pater-lande und schlägt die nördliche Richtung ein. Er fließt durch diegesegnete oberrheinische Tiefebene, die zwischen dem Schwarz-wald und den Vogesen sich ausbreitet. Die mitteldeutschenGebirge schicken ihm den Neckar und den Main zu. ZwischenMainz und Bonn durchbricht der Rhein das Schicfcrgebirge.Stolz trägt er seine Schiffe und Flöße au lachenden Rebcnhügcln,trotzigen Burgen, lieblichen Dörfern und reichen Städten vorbei.Bei Bonn tritt er ins ebene Land hinaus. Langsam fließt er anKöln vorbei. Immer matter wird sein Lauf. Er verläßtDeutschland, spaltet sich in mehrere Arme und erreicht endlich dieNordsee.

2. Sud deutsch land umfaßt die an die Schweiz und anden Vodensee grenzenden Staaten Bayern mit der HauptstadtMünchen, Württemberg mit Stuttgart und Baden mitKarlsruhe. Die meisten Gewässer dieser Landschaften sammelt dieDonau und führt sie in östlichem Laufe dem Schwarzen Meere zu.Die schweizerischen Gebirge senden ihre Ausläufer nach Süddeutsch-land, nämlich den schwäbischen Jura und die Allgäucralpen.In letzterer Kette steht die Zugspitze, der höchste Berg Deutsch-lands. Er ist aber nicht viel höher als der Säntis. Jeder dersüddeutschen Staaten sendet eine Eisenbahn an den Bodensce,nämlich Bayern nach Lindau, Württemberg nach Friedrichs-hafeu und Baden nach Konstanz.

3. Mitteldeutschland ist ein Bcrgland; aber es gibt dortkeine Berge mit ewigem Schnee. Das Land senkt sich gegenNorden ab; darum haben alle Gewässer einen nördlichen Lauf.Nord deutsch land ist eine Tiefebene. Es liegt nicht viel höher,ja an manchen Stellen sogar tiefer als das Meer. Der Bodenist weit und breit so flach wie eine Tischplatte.