Buch 
Lesebuch für das siebente Schuljahr der Primarschulen des Kantons St. Gallen / nach Vorlage der kantonalen Lehrmittelkommission hrsg. vom Erziehungsrate des Kantons St. Gallen
Entstehung
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IV. Mclturkrmde.

Ackerbau.

109. Der Poggcn.

1.Wi& mit? heute unser tägliches Brot!" betet andächtigder fromme Christ. Und seine Bitte findet gütige und gnädigeErhörnng; denn jedes Jahr sehen wir vor unsern Augen die gött-liche Verheißung sich neu erfüllen:Solange die Erde steht, sollnicht aufhören Saat und Ernte!" Wie lieblich sind die Saat-felder im Herbste von der jungen Saat begrünt! Wie stolz undreich winken uns zur Sommerszeit die goldenen Halme entgegen!Wahrlich, nur ein gefühlloser Mensch kann ein (Getreidefeld ohneRührung und Tank betrachten.

2. Wir sehen anfangs September den Sämann gemessene»Schrittes über den wohlgepflügten Acker hinschreitcn. Er greiftnach jedem Schritte in den umgehängten Sack und streut breitenWurfes eine Handvoll Roggenkörner auf das braune Erdreichhin. Sein Knabe führt die vom starken Ochsen gezogene Eggehinter ihm her: diese ebnet den Acker und deckt die zarten Körnermit Erde. Schon nach lvcnigen Tagen sind die Samenkörner an-geschwollen. Feuchtigkeit und Wärme des Erdbodens haben näm-lich auf wunderbare Weise den im Körnlcin verborgenen Keimzum Leben erweckt. Er ist jetzt zwar noch in der Hülle des Kornseingeschlossen. Aber um anzuschwellen, mutzte er Nahrung zu sichnehmen. Woher aber wurde diese dem eingeschlossenen Keime zuteil, der weder Wnrzelchen noch Blätter hat? Er nährt sich von