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Illustrirtes Lehrbuch der Welt- und Schweizergeschichte für Sekundar-, Real- und Bezirksschulen, sowie für die obere Stufe der allgemeinen Volksschule / Ulrich Ernst
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zu sichern. Am verhängnisvollsten war die Schöpfung einerLeibwache, der Prätorianer, und eines stehenden Heeres,willkommen freilich dem entarteten römischen Volk, das denKriegsdienst scheute, aber geeignet, die Alleinherrschaft dauerndzu begründen. Zwei Ereignisse machen die Regierungszeit desKaisers Augustus besonders denkwürdig:

die Geburt Jesu und

der Sieg der Germanen im Teutoburgerwald9 n. ein-, unter dem Cheruskerfürsten Armin über drei römische Legionen,wodurch der mittlere und nördliche Teil Deutschlands für immervor der römischen Herrschaft gesichert blieb.

4. Augustus starb nach-jKhriger Regierung im Jahre14 n. Chr. Auf dem Sterbebette soll er zu den Umstehendengesagt haben:Nun, habe ich meine Rolle gut gespielt? Wennja, so klatschet Beifall!

Aufgaben:

1. Welcher Gegensatz besteht zwischen dem Triumvir Okta-vianus und dem Kaiser Augustus?

2 Wie war die Regierung des Augustus?

3. Was ist ein stehendes Heer?

4. Welche Nachteile und Gefahren bergeu die stehenden Heere?

5. Vergleichet Augustus mit Julius Cäsar. (Herkunft, Charakter,Talente, Emporkommen, Verdienste, Regierung, Ende).

1. Das römische Weltreich bestand aus zwei Teilen: ausItalien mit der Hauptstadt Rom und aus den Provinzen.Zu Italien gehörten indessen nur der mittlere und südliche Teilder Halbinsel; zu den Provinzen alle Länder rings um dasmittelländische Meer. Es war ein Weltreich, wie die Geschichtevorher und nachher kein zweites gesehen hat.

2. Die Bevölkerung war ursprünglich aus drei Klassenzusammengesetzt: den Bürgern in der Stadt Rom, denBundesgenossen in Italien und den Untertanen in denProvinzen. Die zahlreichen Sklaven wurden gar nicht zurBevölkerung gerechnet. Später erhielten auch die Bundes-genossen das Bürgerrecht und zuletzt sogar die Untertanen.Dies war jedoch nur eine scheinbare Gleichstellung: in Wirk-lichkeit regierte die Hauptstadt Rom, deren besitz- und be-schäftigungslose Menge sich das römische Volk nannte, und alleGenüsse und Vorteile des Bürgerrechtes für sich allein be-anspruchte. Die Einkünfte des Staates an Geld oder GetreideWein, Ol und anderen Naturalien wurden zu einem grossenTeil dazu verwendet, dieses Volk zu erhalten.