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Frankreichs legte. Im Innern führte er die unum-schränkte Gewalt durch („ill'llllat c'est moi!"). Nachaußen wollte er seinem Lande die erste Stellung in Europaverschaffen. Er verstand es, tüchtige Männer auszuwählen,durch die er große Dinge ausführen ließ.
4. Unter diesen erwarb sich Colbert nm die innere Ver-waltung Frankreichs bleibende Verdienste. Denn er förderteden Ackerbau, sorgte aber vor allem für Handel und Ge-werbe. Er hob die Binnenzölle auf, verbesserte die Verkehrs-wege, legte Kanäle an, suchte, durch hohe Einfuhrzölle fremdeErzeugnisse möglichst fernzuhalten und die einheimische Indu-strie auf jede Weise zu heben. Der König selbst liebte Kün st eund Wissenschaften und suchte sich mit ihrem Glänze zuumgeben („Sonnenkönig"). Frankreich hatte unter seinerRegierung eine Reihe ausgezeichneter Schriftsteller und Künst-ler, die er meist reichlich unterstützte. Die Dichter Mokiere(Lustspiel), Racine und Corneille (Trauerspiel) er-höhten den Glanz Frankreichs. Die französischeSprache wurde auswärts so beliebt, daß sie bald dieSprache der Diplomatie und der feinen Welt wurde. Unter denbildenden Künsten förderte der Prunkliebende König besondersdie Baukunst. Der Barockstil fand im Schlosse zuVersailles, wohin Ludwig die Regierung verlegte,seinen großartigsten Ausdruck. Das französische Hofleben mitseinen prunktvollen Festen, seiner Verschwendung und seinerSittenlosigkeit fand bei vielen Fürsten und den höherenKreisen Deutschlands Nachahmung.
6. In seinem Streben nach unumschränkter Gewalt stellteer auch die kirchliche Einheit her. 1686 hob er auf Betreibender Jesuiten das Edikt von Nantes auf. Trotz des Ver-bots wanderten viele taufende Hugenotten nach protestantischenLändern (Brandenburg, Holland, England) aus und brachtendorthin viele nützliche Kenntnisse und Fertigkeiten.
6. Da Ludwig Frankreich zur ersten Macht in Europaerheben wollte, war er fast immer in Eroberungskriege mitden Nachbarstaaten verwickelt, auf deren Kosten er sein Landzu vergrößern suchte. Diese Kriege führte er meist mit Er-folg durch eine Reihe tüchtiger Feldherren, wie Tu renne,Conde, Luxemburg, Vendäme. Der rücksichtsloseLouvois schuf ihm als Kriegsminister wohlausgerllsteteHeere für seine Eroberungspläne, und Vauban verwandeltejeden wichtigen eroberten Platz in eine uneinnehmbareFestung.