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Weltgeschichte in Poesie : Sammlung historischer Gedichte / hrsg. von den Lehrern R. Meyer und H. Reichel
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3. Pharas, des Heeres Hüter, 4.fragt:

Sonst sprach er nichts dabei?Er soll sie haben, aber sagt:

Wozu will er die drei?"

Das Brot will essen Gelimer,weil keines er gesehn,seitdem mit wunden Füßen erin die Berge mußte gehn.

Den Schwamm mit Wasser will erdann,

zu waschen die Augen sein;es kam schon lange kein Wasser daran,als seine Thränen allein.

Die Laute soll ein Trost ihm seinin dieser schweren Zeit,drauf will er spielen und singen dareinein Lied von seinem Leid.

Kopisch,

45. Alboin vor Tieirmm.

1. Drei Jahre vor Ticinum liegt das gewaltge Heer

des Königs der Langobarden, da kommt er selbst daher.

2. Und sieht die Mauertürme noch ragen ihm zu Leid!

Da schwört er bei seinem Barte einen großen grimmen Eid:

3.Wird mir vom hohen Himmel die trotzige Stadt gewährt,soll keine Seele drinnen entrinnen meinem Schwert!"

4. Als nun im vierten Jahre das Thor sich aufgethan,ritt er aus weißem Rosse dem ganzen Heer' voran.

5. Er wollt' im Grimm einreiten und rief:Wir sind am Ziel!"Hoch warf er das Gezäume, da glitt das Roß und fiel.

6. Tief hin zur Erde siel es, der König mußte stehn.

Was er auch that, es wollte das Roß nicht fürder gehn.

7. Er schlug es mit dem Speere, da kam ein weiser Mann,der redete den König mit rechten Würden an:

8.Du hast, o Herr und König, gesprochen ein schweres Wort,d'rum hemmt der Himmel selber Dein Roß an diesem Ort!

9. Brich Dein Gelübd' und wolle der edlen Stadt verzechn,

so wird Dein Roß sich heben und Gott Dir Heil verleihn!"

10. Da schüttelte Alboinus die Locken sich zurück

und schaut empor zum Himmel mit blauem Adlerblick:

11.So mag der Wind verwehen, was ich zuerst beschloß:

Ich will verzechn, erhebe dich hoch, mein edles Roß!"

12. Auf stand das Roß, und milder ritt er zum Thor hinein,statt Weheklag' empfing ihn Gejauchz' und Jubelschrein.

Kopisch.

4«. Moharneds Milcht.

1. Auf jener Flucht, von welchernun

das Morgenland die Jahre zählt,als im Gebirg, um auszuruhn,

Mohamed hat die Höhl' erwählt,wo Abubeker bei ihm warund vor der Höhle die Gefahrder feindlichen Verfolger Schar -