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Weltgeschichte in Poesie : Sammlung historischer Gedichte / hrsg. von den Lehrern R. Meyer und H. Reichel
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8. Von Gottes Gnaden ist des Künstlers Geist,ich schätze solchen Mann dem Fürsten gleich.

Ihr Thoren, wie vermesset ihr euch dreist!

Die Kunst ist höher als ein weltlich Reich.

9. Aus Bauern kann ich stempeln edle Herrn,zum Künstler präget nur der ew'ge Gott!"

Und vor der Schar mit Kette, Schwert und Sternfaßt Mar die Leiter. Bitter ist sein Spott.

10. Wie stand beschämt die hochgeborne Schar,als Max am Holze hielt mit fester Hand.

So wurde Albrecht Dürer sein gewahr,der eben noch in tiefen Träumen stand.

11. Er stieg hinab und bot dem Herrn den Gruß.

In Einfalt war er sich des Glücks bewußt,doch drückte zu Umarmung und zu Kuß

der große Kaiser ihn an seine Brust.

12. Und er verlieh ihm vor dem eitlen Kreisein Wappen auch zum Zeichen hoher Gunst!

Der Ärger macht die Junker kreideweiß.

So ehrte Kaiser Max vor Zeit die Kunst.

Müller.

III.

Neue Geschichte.

89. Luther und Melanchthou.

Was sich Martinus ausgedacht,und was er groß und kühn begonnen,Philipp us hat es tief durchsonnenund in die rechte Form gebracht.

9V. Luther uud Fruudsberg.

1'. Schon harret an den Thürendes Volkes Menge dicht,

2. Wie unter Blitzesflammen,wie unter Sturmeswehn

als sie den Luther führenvor Kaiser und Gericht;

zwei Eichen dicht beisammen

und an der Thüre Pfosten,dem Eingang Luthers nah,steht fest auf seinem Postender alte Frundsberg da.

auf zähen Wurzeln stehn;so stehen kühngestaltig

die beiden Helden dort,in Waffen der gewaltig,und jener in dem Wort.