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12. Und in den Höhlen drunten, in meilenweitem Gang,da schlafen unsre Scharen viel' hundert Jahr' entlaug,da schlafen auch die Bruder, die freveln Söhne drei;verrostet sind die Schwerter, verstummt das Sieggeschrei.
13. Fleuch, Wandersmann, von hinnen und sag' es aller Welt,weß Fluch in diesen Gauen uns tief im Schlummer hält!" —Der Wandersmann sich kreuzend und thut zur selben Stundim Thanner Münster drüben die Märe beichtend kund.
St ob er.
58. Heinrich der Vogelsteller.
1. Herr Heinrich sitzt am Vogelherdrecht froh und wohlgemut.
Aus tausend Perlen blinkt und blitztder Morgensonne Glut.
2. In Wies' und Feld und Wald und Au —horch, welch ein süßer Schall!
Der Lerche Sang, der Wachtel Schlag,die süße Nachtigall!
3. Herr Heinrich schaut so fröhlich drein.
„Wie schön ist heut' die Welt!
Was gilt's? Heut giebt's 'nen guten Fang!"
Er lugt zum Himmelszelt.
4. Er lauscht und streicht sich von der Stirndas blondgelockte Haar:
„Ei doch! Was sprengt denn dort herauffür eine Reiterschar?"
5. Der Staub wallt auf, der Hufschlag dröhnt,es naht der Waffen Klang.
„Daß Gott! — Die Herrn verderben mirden ganzen Vogelfang!"
6. Ei nun, — was giebt's? — Es hält der Troßvorm Herzog plötzlich an.
Herr Heinrich tritt hervor und spricht:
„Wen sucht ihr Herrn? sagt an!"
7. Da schwenken sie die Fähnlein buntund jauchzen: „Unsern Herrn! —
Hoch lebe Kaiser Heinrich! Hochdes Sachsenlandes Stern!"