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JB. Kriegsführung und Disziplin.
An den französischen Marschall Berwick 1 , 1708. — Ichbin zu sehr von Ihrer Rechtlichkeit überzeugt, um glauben zu können,daß man solche Grausamkeiten mit Ihrem Wissen verübt hat. Ja ichsetze voraus, daß Sie dieselben mit gleichem Abscheu wie ich vernehmenund bereit sind, ihnen für die Zukunft zu steuern. Denn die Drangsaledes Krieges haben ihre Grenzen, nnd die Gesetze der Menschlichkeitsollten niemals außer acht gelassen werden. Ich wende mich daher anSie. um die Beendigung von Exzessen zu erwirken, die bisher beizivilisierten, christlichen Nationen unbekannt waren. Außerdem erkläreich feierlich, daß ich mit der äußersten Strenge sowohl die Offiziere wiedie Soldaten meiner Armee bestrafen werde, wenn sie es wagen sollten,sich mit ähnlichen Unwürdigkeiten zu beflecken.
Aus Heereserlassen. — Ich erinnere daran, daß alles, wasweggenommen wurde, mit Pünktlichkeit zurückzustellen ist. — Beimeinem Regiment muß die schärfste Mannszucht gehalten, und alle Über-schreitungen, Unzulässigkeiten, strafbaren Insolenzen und Exzesse solleneingestellt werden, damit die Klagen von seiten des Landes aufhören.Die Soldaten sollen zwar erhalten, die Einwohner aber nicht über Billig-keit belästigt werden, so daß mein Regiment den andern ein gutes Bei-spiel gibt.
Ich teile scharfe Befehle aus, daß das Land verschont bleibe unddie Paläste der Edelleute und Häuser der Untertanen nicht beschädigtwerden. Denn ich sehe vor allem auf genaue Kriegsdisziplin nnd aufdie Vermeidung von Exzessen und andern Ungebührlichkeiten. Besondersden Feldfrüchten darf kein Schaden zugefügt werden, so daß keine Ur-sache zu klagen ist und der Landmann ohne Störung, mitten unter denTruppen, seine Ernte einbringt und Wirtschaft, Handel und Wandel nichtgestört werden.
C. Österreich und Preußen.
Über die preußischen Truppen. — Für die preußischenTruppen habe ich stets die Achtung gehabt, die ihrem in der ganzenWelt verbreiteten Ruhme und ihrem Ansehen gebührt. — Es wundertmich nicht im geringsten, daß sich die preußische Armee in schönemund geübtem Zustande befindet, bei dauerndem Frieden, guter Bezahlung,fortwährendem Drill und unter besonderer königlicher Aufsicht! Andersfreilich wäre es, wenn die Truppen außerhalb des Landes und ohneFürsorge des Königs Felddienst leisten und alle Gefahren und Mühsalenertragen müßten. Ich kenne das Exerzieren bei den Preußen, es hatetwas eigentümlich «Gekünsteltes» an sich.
Über die Pragmatische Sanktion. — Das einzige Mittel,die Pragmatische Sanktion zu sichern, Wäre, 140 000 Manu auf denBeinen zu erhalten. 2
1 Ein natürlicher Sohn Jakobs II, der in Flandern gegen Eugen focht,
■ Auf mündliche und schriftliche Versprechungen der Potentaten gabEugen nicht viel.